Team Stronach präsentiert sich


Bewunderswertes Engagement zeigt der 80 jährige Frank Stronach (übrigens geboren als Franz Strohsack), der nun offiziell seine Partei gegründet hat, die als „Team Stronach“ in die Wahlen 2013 gehen wird. Immerhin für jeden Dritten ist er prinzipiell wählbar, eine Zustimmung über sich so manche etablierte Partei schon freuen könnte.

Was macht es aus, dass er so populär ist? Ist es der Erfolg des austro-kanadischen Milliardärs? Ist es seine Art, sich auszudrücken, sein american österreichisch? Sein Alter, das für Weisheit und Erfahrung bürgen soll? Oder tatsächlich, die Inhalte seiner Bewegung?

Auf der Homepage Frank Stronach Institut – für sozialökonomische Gerechtigkeit liest man unter „Dafür stehen wir“ folgendes:

Österreich muss dringend Maßnahmen ergreifen, die unseren Lebensstandard verbessern, ohne uns weiter zu verschulden.

Wir dürfen keine Schulden mehr machen und müssen endlich damit beginnen unsere Schulden zurückzuzahlen. Diese Schuldenbremse gehört in den Verfassungsrang und jede Nichteinhaltung muss entsprechend sanktioniert werden. Ich trete dafür ein, dass Politiker einen Eid ablegen, der sie zur Einhaltung gewisser Grundsätze verpflichten soll. Wenn zum Beispiel ein Politiker ein Gesetz unterstützt, das eine weitere Verschuldung verursacht, soll er sofort zurücktreten!

Wir brauchen eine ganz einfache und gerechte Steuer, eine flat tax, die jeder Bürger versteht, ohne Schlupflöcher und Privilegien. Unternehmen, die im Inland investieren, sollen von der Steuer im Umfang ihrer Investitionen befreit sein. Das bedeutet nämlich Arbeitsplätze im Land. Derzeit gibt es ja absurde Steuerregeln, die Unternehmen, die ihr Geld im Ausland investieren, in Österreich steuerlich begünstigen, das gehört abgeschafft.

Besonders wichtig ist auch, dass wir die große Kluft zwischen den Wohlhabenden und den Arbeitern verringern: Unternehmen sollen ihre Mitarbeiter am Profit beteiligen. So werden die Arbeiter motiviert. Sie sind dann am Erfolg, den sie ja durch ihren Fleiß miterwirtschaften, beteiligt.

Wir sind überverwaltet! Wir müssen in zivilisierter Weise die Verwaltung abbauen.

Schliesslich möchte ich festhalten, dass Österreich zu einem starken und vereinten Europa beitragen soll, wir sollen helfen Frieden zu  erhalten und den  freien Personen-, Güter- und Kapitalverkehr fördern. Ich weiß, zu diesem Thema herrscht Unklarheit und es gibt viele geteilte Meinungen, aber für mich als Mann der Weltwirtschaft ist klar: Österreich muss seine Zukunft in eigene Hände nehmen und zur eigenen Wirtschafts- und Finanzpolitik zurückkehren.

Es gibt viele weitere äusserst reformbedürftige Themen in unserem Land, wie zum Beispiel das Gesundheitswesen, das Pensionssystem, das Bildungswesen, die Sicherheit, Einwanderung etc. Für diese Themen müssen unbedingt die Bürger miteinbezogen werden, es müssen Lösungen ausserhalb der Parteipolitik gefunden werden.

Gute Ansätze, gute Ideen. Jedenfalls ist zu wünschen, dass er die Parteienlandschaft aufwühlt. Ob die Gesellschaft durch seine Kraft zu einer besseren werden kann, wird sich zeigen.

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Kategorien: Österreich, Europa, Politik, Wirtschaft | Schlagwörter: , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Team Stronach präsentiert sich

  1. Ach… wieder ein Milliardär, der sich zum berufen fühlt aus der Schattenwelt ins politische Rampenlicht zu treten. Das Wort „reich“ englisch „rich“ gotisch „rikja“ indogermanisch „rik“ bedeuted… drei mal darf man raten: Herrscher! Alles klar, die Reichen herrschen, Hat die Menschheit davon profitiert, oder sind die Opfer grösser wie der Nutzen? Wird man reich weil man gute Dinge tut, oder wird man reich indem man andere für sich arbeiten lässt und vor allem auf den Profit schaut??? Ich bin da skeptisch bei diesem Herrn… wer mir z.Bs. sympathisch ist von den reichen Herren, ist Götz Werner, der Gründer von dm mit seinem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens…

  2. Mich perönlich mach auch bereits der sehr autoritäte Fühungsstil skeptisch. Zuerst wollte Stronach kein Politiker sein, dann zumindest nur am Rande, jetzt ist er alleiniger Spitzenmann mit allen Rechten. Ich glaube hier kommt ein wenig zu sehr die amerikanische Form der Inszenierung in den Vordergrund. Man braucht jetzt sicher keine Angst zu haben, vielleicht ist gewisse Autorität sogar gut. Wenn alle was reden und zu sagen haben wollen, kommt oft am Ende nur Wischiwaschi heraus.
    Es ist sicher jedenfalls eine Bereicherung der politischen Landschaft, schon alleine dadurch, dass es Konkurrenz zum herrschenden System ist und manche Ideen sind ja durchaus gut.

    Götz Werner ist ein anderes Kaliver und wäre es wünschenswert, wenn sein Modell eines BGE durchgesetzt werden könnte.

    Man im System nur reich werden, wenn man arbeiten läßt, Stronach wurde sicher noch zu einer Zeit Milliardär, wo es noch halbwegs ehrlich zugehen konnte. Man kann aber dann auch reich sein und einsehen, dass vieles falsch läuft und ehrlich eine bessere Welt wollen. Ich nehme es Herrn Stronach zum Teil ab.

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