Kann Kommunismus heute noch ein gangbares Konzept sein?


Durch Diskussionen angeregt, frage ich mich, ob ein Kommunismus, der noch als solcher bezeichnet werden kann, dessen Ausprägung aber offen ist, noch ein gangbares Konzept für einen zukünftigen gesellschaftlichen Wandel sein kann?

Dazu möchte ich vorerst nur mal als Grundlage die Defintion gemäß Wikipedia zitieren:

Kommunismus (vom lateinisch communis ‚gemeinsam‘) bezeichnet politische Lehren und Bewegungen, die zuerst die Gütergemeinschaft zum Ziel haben, im weiteren Sinne die klassenlose Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und die Produktion des gesellschaftlichen Lebens rational und gemeinschaftlich geplant und durchgeführt wird.

Nach Lorenz von Stein war der französische Revolutionär François Noël Babeuf der erste Kommunist. Bekanntester Verfechter des Kommunismus war Karl Marx. Nach der Theorie von Marx und dessen engem Weggefährten Friedrich Engels könne sich der Kommunismus aus dem Kapitalismus, einer Gesellschaftsform in der sich die Kapitalistenklasse und die Arbeiterklasse (Proletariat) als Gegner gegenüberstehen (Klassenkampf), nur durch eine revolutionäre Übergangsgesellschaft (Diktatur des Proletariats, Sozialismus) entwickeln. In dieser Gesellschaftsform soll die ökonomische Klassenherrschaft, das Privateigentum an den Produktionsmitteln und die damit einhergehende Ausbeutung aufgehoben werden, das heißt, die an die Macht gekommene Arbeiterklasse werde die in Kapitalistenhand befindlichen Produktionsmittel vergesellschaften und gemeinschaftlich geplante Produktion (zentrale Planwirtschaft) einführen. Nach und nach heben sich dadurch der Theorie nach alle Klassengegensätze auf. Bei diesem Übergang zum klassenlosen Kommunismus werde der Staat, der ein Produkt der polit-ökonomischen Verhältnisse und Ausdruck der politischen Klassenherrschaft ist, nicht abgeschafft, sondern absterben, wenn er nicht mehr notwendig, also überflüssig werde. Wie die Gesellschaftsform des Kommunismus, also die klassenlose Gesellschaft, genauer aussehen solle wurde von Marx nicht vorgeschrieben, sondern werde sich der Theorie von Marx folgend anhand konkreter gesellschaftlicher Entwicklungen und Widersprüche zeigen. Den entwickelten Kommunismus skizziert Marx mit gesellschaftlichem Reichtum, und dem Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“. Der Kommunismus wird von Marx auch als Ende der Vorgeschichte der Menschheit bezeichnet, weil die Menschen erst in dieser Gesellschaftsform ihre Geschichte bewusst und selbstständig gestalten können, anstatt von den historischen Gesetzmäßigkeiten ihrer vorhergehenden Gesellschaftsformen hinter ihren Rücken bestimmt zu werden.

Für mich klingt das historisch bedingt erstens immer sehr beängstigend, und zweitens auch nicht sehr verlockend.

Ich habe immer so den Kampf vor dem geistigen Auge, die aufbegehrenden Arbeiter gegen die bösen Kapitalisten, die klassenlose Gesellschaft, eine Gleichschaltung ohne Differenzierung, die Arbeiter die dann alle zermürbt arbeiten, aber glücklich sein sollen, weil ihnen die Produktionsmittel irgendwie gemeinsam gehören.

Dabei sind doch immer weniger Menschen „Arbeiter“, Tendenz fallend. Aus heutiger Sicht wäre es möglich, dass niemand mehr monotone Tätigkeiten verrichten muss, diese noch stärker automatisiert passieren.

Das Konzept eines Bedingungslosen Grundeinkommens (in wohlstandssichernder Höhe) ersetzt ja zum einen in gewissem Sinne die Forderung, an den Produktionsmitteln teilzuhaben, geht aber andererseits weit darüber hinaus, indem es alle Menschen gleichstellt, nämlich dadurch, dass auch nicht an der Erwerbsarbeit Teilhabende wie Kinder, Pensionisten (Rentner), in Ausbildung befindliche und im Haushalt tätige.

Ich kann den Vorteil dieser gedachten Gleichschaltung, Vereinheitlichung beim Kommonismus nicht erkennen.

Wenn der Staat „abstirbt“ muss aber ein Ersatzkonzept her, eine Mitbestimmung, etwa übers Internet, wie ja in neueren politischen Strömungen (Piratenpartei) gefordert – Liquid Democracy. Alle großen Planungskonzepte einer sich selbst organisierenden Gruppe des Proletariats überlassen, wird wohl so nicht funktionieren.

Irgendwie sehe ich aber die beiden Ideen teilweise ohne verschmelzen.

Steht Kommunismus unbedingt im Widerspruch zur Demokratie oder ist er als Demokratie denkbar? Damit meine ich aber nicht, dass es möglich ist, dass eine KP als Minderheitspartei in Opposition oder eine Koalition existiert, sondern ich meine, was wäre, wenn Sie eine Mehrheit erhält und ihre Ideen in die Realität umsetzt. Damit gibt es ja weltweit keine sehr positiven Erfahrungen.

Wer mag mitdenken? Bevorzugt in einfachen, nachvollziehbaren Ideen und weniger in unverständlichem „Politsprech“. Insbesondere stellt sich ja die Frage, wie setzt man was um? Wie würde die Gesellschaft nachher konkret aussehen?

Warum soll „links“ gut sein und „rechts“ schlecht? Mit „links“ verbindet man immer Ausländerzuzugswünsche und Integration, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Aber all diese Ideen verliefenin kommunistischen Ländern bisher im Sand. Die noch existierenden kommunistischen Staaten sind sehr unterschiedlich – China, Kuba, Nordkorea – und unterscheiden sich in vielen Punkten gewaltig von einander, gerade aber China ist wohl aber auch kein Vorzeigestaat in Bezug auf Lebensqualität des Proletariats.

Was unterscheidet Kommunismus von den oft ihn propagierenden Anarchisten? Selbst sehr bemühte Projekte mit jungen Anarchisten sind immer gescheitert, in Chaos und Dreck versunken. Warum sollte das nun im Großen funktionieren?

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Kategorien: Alternative Geldformen, Bedinungsloses Grundeinkommen (BGE), Gesellschaft, Kommunismus, Politik, Wirtschaft, Wohlstand | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 27 Kommentare

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27 Gedanken zu „Kann Kommunismus heute noch ein gangbares Konzept sein?

  1. Moderne Linke verstehen unter „Gleichheit“ in erster Linie Gleichheit vor dem Gesetz was automatisch auch „Gerechtigkeit“ dann mit einschließt, und eben nicht den Wunsch nach Nivellierung, also das alle Personen in ein und demselben Mao-Anzug rumlaufen 🙂 „Solidarität“ da ziehe ich heute den Begriff „Menschlichkeit“ vor… http://whitehaven01.com/2012/04/07/freiheit-gleichheit-menschlichkeit/

    • Das war ja auch der Anlass meines fragenden Artikels. Das sind ja Forderungen nach Prinzipien, die einerseits verankert sind, und in ständigem Feinschliff ja Thema der Poltik.

      Damit ist aber auch bei Dir kein Wunsch nach „Kommunismus“ erkennbar. Der Kernpunkt scheint mir ja immer noch diese Forderung nach „Vergesellschaftung von Produktionsmitteln“, wie es unten auch Mechthild Mühlstein schreibt. Ich muss zugeben, ich kann mir darunter nichts vorstellen, und weiss nicht mal ob ich es wirklich will.

      Vielleicht müsste man diese Forderungen nach Gleichheit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit in ein neues modernes Konzept packen, das auch für Personen, für die Wort „links“ immer schon ein Reizwort ist, weil damit oft eben so anarchistische, extreme Ideen verbunden werden, gangbar ist.

      Wie auch bei Dir im Kommentar gepostet, sehe ich dazu derzeit insbesonedere gute Ansätze bei:

      Die Violetten – http://die-violetten.de/

      Human Way – https://www.facebook.com/humanwayoesterreich

  2. Ihr text ist ziemlich wirr. Sie vergessen wer eigentlich »arbeiter« ist: Nämlich alle lohnarbeitenden menschen.

    Weshalb müssen denn in Asien menschen noch am fießband stehen und platienen löten? Weil sie billiger sind als roboter! Das ist der vorteil des von Ihnen hochgelobten systems!

    Die von Ihnen unterstellten »linken« wünsche habe ich als kommunist überhaupt nicht – und die grützenblöde idee vom bedingungslosen grundeinkommen setzt gar nichts von der forderung, die produktikonsmittel zu vergesellschaften um.

    Der komunismus unterscheidet sich vom anarchismus, daß letzterer bedauerlicherweise meist von wenig denkenden vollkoffern propagiert wird.

    • Der Text ist nicht wirrer als vieles andere was geschrieben wird. Er stellt Fragen, sucht Antworten, offen und ehrlich.

      Natürlich sind im heutigen System nahezu alle „Arbeiter“. Die Idee des Kommunismus, dass, wie Sie schreiben „Produktionsmittel vergesellschaftet“ werden, hätte sich ja im (Turbo)kapitalismus insoferne erfüllen können und hat es teilweise auch, indem ja jeder „Arbeiter“ Aktien an seinem und anderen Unternehmen kaufen könnte und kann. Dass dies nicht oder nur selten, oder indirekt über Pensionsfonds und Fondsanlageprodukte passiert, ist sicher auch (aber nicht nur) dem Desinteresse der meisten „Arbeiter“ zuzuschreiben. Es interessiert sie schlicht und einfach nicht. Und es würde die meisten Menschen auch nicht interessieren, wenn sie plötzlich Miteigentümer aller Produktionsmitteln in einem Land wären und wenn diese Produktionsmittel wieder nur über politische Stellvertreter betreut werden, hat man das gleiche korrupte System wie jetzt oder auch in exkommunistischen Staaten.

      Dass Menschen am Fliessband stehen und zu unmenschlichen Bedinungen arbeiten, ist Teil des Neoliberalismus, des Raubtierkapitalismus der aktuellsten Prägung. Ein von mir „hochgelobtes System“ gibt es eigentlich nicht, ich wäge ab und suche Möglichkeiten. In ihrem Satz ist mir aber nicht mal klar, welches das von mir hochgelobte sein soll, denn eigentlich steht der Satz so, dass damit der aktuelle Kapitalismus gemeint sein müsste.

      Zum Thema Anarchismus sind wir uns dann ja zumindest einig.

      Hinter der Idee des BGE steckt ein wenig mehr als man bei erster, oberflächlicher Betrachtung erkennen kann, dazu muss man sich aber wohlwollend damit befassen.

      Auch für mich war diese Idee früher als Unternehmer abwegig. Es war für mich eine „linke“ Idee, alle sollen was kriegen, na wer geht dann noch arbeiten, niemand, alle hänge ab und geniessen das Leben, die Wirtschaft bricht zusammen.

      Ich sehe es das BGE aber mittlerweile weder als linke noch als rechte Idee, sondern als einen gangbaren Weg einer Umverteilung, der Schaffung der geforderten Freiheit der Menschen, ohne aber jegliches Privateigentum abzuschaffen.

      Die einzigen Bereiche, wo auch ich mir wieder eine „Vergemeinschaftung der Produktionsmittel“ wünsche, sind alle Infrastrukturbetriebe. Die Privatisierungen von Bahn, Stromnetzen, Gas, eventuell Wasser, Telekommunikation, Strassen, und einige andere mehre – halte ich für den größten Schwachsinn, den man machen konnte. Es wurden damit kurzfristig Staatsschulden überbrückt, viele „Privatisierer“ haben sich goldene Nasen verdient, und das Volk ist enteignet. Man hätte nur müssen die Staatsbetriebe besser führen.

      • Übrigens… das Wort „privat“ bedeuted von der lateinischen Wortwurzel her „abspalten, berauben“ soviel zum etymologischen Kern von „privatisieren“. Das Gesundheitswesen einem Profitdenken zu unterwerfen ist auch ethisch, moralisch sehr fragwürdig, wobei ich nichts gegen Effizienz im Gesundheitswesen einzuwenden habe.

    • Wieso müssen die Produktionsmittel wenn der erwirtschaftete Reichtum gerecht verteilt wird eigentlich unbedingt vergesellschaftet sein? Übrigens, wenn man die Privilegien der Parteifunktionäre und der Kader in den damals „real existieren sozialistischen“ Staaten zusammenrechnet, waren Honecker, Breschnew und co Millionäre 😉

      • Auch ich begreife dieses Prinzip der „Vergesellschaftung“ nicht und auch die weiteren Erläuterungen von Mechthild Mühlstein wollen kein klares, sinnvolles Bild davon in mir erwecken. Es klingt auf mich eher sehr abschreckend.

        Überhaupt ist es das Überhandnehmen von Profit, Gier und Geiz, das die Problem erschafft. Das Profit ein Anreiz ist, Dinge „in die Hand zu nehmen“, ist doch gut, wenn aber alles nur mehr diesem Prinzip untergeordnet wird, dann wird es zum Problem, egal ob in einer Marktwirtschaft, einem Turbokapitalismus oder einem Kommunismus.

  3. Daß Herr Honecker (was den Breshnew oder den allerwertesten Gorbatschow betrifft, weiß ich es tatsächlich nicht) millionär gewesen wäre, behaupten Sie.

    Erich Honecker hatte kein großes privatvermögen. Er besaß rund 10.000 DM, zahlreiche werktätige der DDR besaßen erheblich mehr – und das war ja auch so gewollt.

    Produktionsmittel müssen vergesellschaftet werden, weil die werktätigen massen sonst vom selbst erschaffenen reichtum ausgeschlossen sind: Das zeug das die leut herstellen, gehört sonst durch die besitzverhältnisse eben nicht ihnen. Und da wird auch nicht, und sei es auch bloß in ansätzen, »gerecht« verteilt.

    Überhaupt »gerechtigkeit«: das ist ein hirnfurz den kein mensch braucht. Wenn alle einen auf die omme kriegen und alle nix zu fressen haben, geht es supergerecht zu. Das ist allerdings ein zustand, den ich auf keinen fall anstrebe.

    • Ob Honecker oder andere Präsidenten der ehemaligen Ostblockstaaten ein tatsächliches großes Privatvermögen hatten, ist ja eher zweitrangig. Sie haben den gemeinschaftlich erwirtschafteten Reichtum des Volkes wohl ganz gut zu eigenen Gunsten genutzt und gegen das Volk eingesetzt. Hier zu beschönigen ist wohl fehl am Platz.

      • Ich beschönige überhaupt nichts. Hier wird behauptet, daß die staatsvorstände der RGW staaten verlogen gewesen wären, weil sie angeblich gesellschaftlichen reichtum für sich selbst genutzt hätten. Das tut absolut was zur sache: hier werden dinge erfunden, bzw. nicht mal selbst erfunden, sondern nachgeplappert, die simpel nicht den tatsachen entsprechen.

        In den westlichen ländern käme kaum jemand, der bei trost ist, auf die idee, es zu kritisieren, daß staatsoberhäupter, die den staat repräsentieren privilegien wie dienstvillen, dienstwägen oder einen lebenslänglichen ehrensold erhalten. Der bundesprediger beispielsweise wohnt in einem Hohenzollernschloß. Erich Honecker hat nicht im Palast der Republik gewohnt, der PdR war für das volk! Da tagte nicht nur die volkskammer, das gebäude war offen für das volk, da gab es kulturveranstaltungen, gastronomie und jeder konnte es sich leisten, dort hin zu gehen. Er wohnte in so einer art reihenhaussiedlung. Daß er sich es dort ein bißchen nett gemacht hat, ist ja wohl selbstverständlich. Wofür sonst hätte er denn arbeiten sollen? Blöde moral kann man nicht genießen!

        Ja, es lang eine welt zwischen diesen lebensverhältnissen und den lebensverhältnissen der DDRbürger.

        Aber wieviele welten liegen denn zwischen z.b. der familie Guttenberg, die als höchstes der gefühle einen juristen hervorgebracht hat, der zu doof zum gescheit schummeln war, aber geld und grundbesitz in kaum vorstellbarem ausmaß hat und einer familie, die von hartz 4 leben muß?

        Der geschellschaftliche reichtum der DDR diente nicht der bereicherung einer besitzenden klasse, die es auch tatsächlich nicht mehr gab. Der gesellschaftliche reichtum floß durch ein staatliches wohnbauprogramm (die mieten in der DDR waren eher »symbolisch«), ein kostenloses gesundheitssystem für alle, bildungsangebote für alle (kindergartenplätze für alle, die einen wollen oder brauchen oder schuldenfreies studieren hat sich die reiche BRD nie leisten können. Das gibt’s im reichen westen, der jetzt auch im osten ist, erst zu pflaumenpfingsten), flächendeckendes öffentliches verkehrsnetz und kulturangebot bis in die kleinsten nester an die leute zurück.

        Und Sie reden da von privater bereicherung? Lächerlich. Gucken Sie sich lieber die derzeitige situation in diesem »besten aller wirtschaftssysteme« an – und verfallen Sie nicht auf die flachheit, mir zu unterstellen, ich wolle eine »neiddebatte« anzetteln.

  4. In Ihrem beitrag klingt irgendwie durch, daß ich mich nicht ausführlich oder nicht mit ausreichend wohlwollen mit dem BGE befaßt hätte. Als ich vor etlichen jahren zum ersten mal davon hörte, dachte ich, daß das eine gute idee sei und war schwer dafür.

    Nach jahrelangem nachdenken, diskussion und analyse der angelegenheit, mußte ich zugeben, daß ich mich in der angelegenheit gewaltig geirrt hatte.

    Wenn man schon in der lage ist, festzustellen, daß geld zwischen ware und konsum steht, dann kann man, wenn man schon mal dabei ist, den schluß daraus ziehen, daß nicht für die bedürfnisse der menschen produziert wird, sondern zum geld verdienen. Weiter kann einem auffallen, daß bei dieser produktionsweise stets geld vorgeschossen wird, auf daß dieser vorschuß vermehrt werde. Das zieht zwangsläufig nach sich, daß es für ein solches system charakteristisch ist, daß der lohnabhängige um den wert seiner arbeit betrogen werden muß.

    Daran ändert auch das BGE nichts, entweder es kommt als abschaffung des sozialstaats, mit dem druck auf die leute, billiger und besser zu arbeiten vergrößert wird – oder es bleibt als quark im schaufenster liegen, wo es erheblich besser aufgehoben ist.

    Wieviele aktien kann ein arbeiter, der unter tausend oder meinetwegen auch zweitausend monatlich zum leben hat, jeden monat kaufen? Und wie lange müßte er das tun damit er dann auch mal ein stimmrecht hat? Das ist ein nicht besonders lustiger, wobei auch gern zitierter witz. Ich kenne leute, die aktien von ihrer firma haben – bei denen wird nicht hergegangen und bei der betriebsversammlung über die arbeitskonditionen abgestimmt – das sind papierzettel, die man sich aufs klo hängen kann und bei notdurft einer zweckverwendung zuführen.

    Es ist nicht der »raubtier«- oder der »turbokapitalismus«, der jetzt plötzlich über die menscheit hineinbricht, das sind absolut konsequente folgen, die aus den notwendigkeiten des systems selbst kommen.

    Die frage, ob demokratie mit mit kommunismus vereinbar sei, kommt mir bald vor, wie die frage ob das pizzaessen mit dem bahnfahren vereinbar sei. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, aber wenn es das spaß macht…

    Kommunismus ist eine wirtschafts- und gesellschaftsform während demokratie eine herrschaftsform ist. Das vorhandene gegenstück vom kommunismus ist der kapitalismus. Und der ist keinesfalls verquickt mit der demokratie – den gab es in diversen herrschaftsformen. Und überhaupt – die bürgerliche demokratie ist eine recht verlogene angelegenheit.

    Brecht schrieb in der »Ballade vom Wasserrad«

    Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer
und uns trat er. Ihr versteht: Ich meine
dass wir keine andern Herren brauchen, sondern keine!

    Ziel des kommunismus ist eine klassenlose gesellschaft. Ohne herrschaft.

    Wer BGE fordert, will in letzter konsequenz, daß es arme leute gibt. In einer gescheit organisierten gesellschaft braucht es keine umverteilung – der reichtum, den sie selbst erschaffen gehört den leuten dann doch sowieso!

    • Nun gut, es schien mir so, dass Sie sich nicht damit beschäftigt haben, sollte aber keine Unterstellung sein. Scheinbar kamen Sie zu einem anderen Ergebnis als ich (und viele andere auch).
      Bei einer anderen Diskussion (betreffen der Existenz Gottes, deine Seele) haben Sie aber einmal gefordert, dass Thesen, die man nicht beweisen kann, getrost in die Mülltonne geworfen werden können.

      Nun verhält es sich mit den beiden Ideen „Kommunismus“ vs „Bedingungslosem Grundeinkommen“ um zwei Konzepte, deren Funktionalität für eine „Verbesserung“ auch sehr schlecht bewiesen werdan kann.
      Denn erstens ist es nicht klar, was man unter „Verbesserung“ verstehen soll. Was für einen besser ist, kann für den anderen schlechter sein. Und zweitens gibt es kaum eine Möglichkeit, den Beweis anzutreten (selbst wenn man sich auf das Ziel und wie man Verbesserung definiert, geeinigt hätte) außer durch eine faktische Umsetzung.
      Dazu kann man sagen, dass kommunistische Systeme bereits existierten, somit den Beweis hätten antreten können und (zumindest meiner Meinung nach) kläglich versagt haben, auch wenn sie vermutlich nicht so waren, wie Kommunismus der Theorie nach aussehen sollte.
      Zum BGE gibt es immerhin ein paar Feldversuche, zugegebenmaßen in sehr kleinen Bereichen durchgeführt und kam das Geld „von außen“, die aber durchaus positive Ergebnisse zeigten.

      Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass die Privatisierung der Infrastrukturunternehmen in den letzen Jahrzehnten ein grosser Fehler waren, die nur dazu diente, die leeren Staatskassen für ein paar Jahre zu füllen, halte ich eine komplette Abschaffung von Privatvermögen für kontraproduktiv und undenkbar. Im gewissen Rahmen muss der Mensch die Möglichkeit haben, Dinge zu besitzen, Unternehmen auf eigene Verantwortung zu führen. Und „Vergesellschaftung“ der Produktionsmittel bedeutet ja genau das, oder? Wem gehört im Endeffekt alles? Einem Staat? Einer Gemeinde? Und dann gehen auch wieder Menschen arbeiten und verdienen „Geld“, es können ihnen ja nicht die Produkte der Betriebe gehören, abgesehen davon, dass ja niemanden etwas gehören soll.

      Nun, Aktien, sind Teilhabe an einem Unternehmen. Auch in einer Kommune, in der sagen wir mal alle Arbeiter ein gleiches Stimmrecht haben, müssen sich Mehrheiten finden und dann kann auch wieder eine Minderheit übergangen werden. Und wenn dann alle nur meinen, weniger arbeiten zu wollen, besser zu verdienen dann wirds wohl nicht funktionieren.

      Ich habe vor 20 Jahren die Möglichkeit gehabt, Betriebe in der Slowakei zu sehen. Überall herrschte Mangel, alles lag im argen, weil keiner sich um nichts gekümmert hat. Warum auch, wenn ihm nachher nichts gehört.

      Das BGE alleine würde vermutlich auch nicht wirklich vieles verbessern. Ein grosses Problem, und das erstaunt mich, dass sie das so ablehnen und ins braune Eck zu stellen versuchen, ist eigentlich die Zinsthematik. Jeder heute träumt irgendwie davon, von den Zinsen seines Kapitals zu leben, und dort wo viel Kapital ist, dort fliesst es zu, nur fließt es immer mehr zu ganz wenigen Menschen. Jeder versucht noch zu dem Grüppchen zu gehören, aber immer weniger schaffen es. Für die Zinsen, die die einen verdienen, müssen die anderen arbeiten. Geld hat dann eben nicht nur das Merkmal, ein Gut zur Erleichterung des Warenhandels zu sein, sondern auch Machtmittel – und dort liegt ein Problem, das durch eine Variante einer zinsfreien Geldwirtschaft, auch mit mehreren alternativen Geldsystemen gleichzeitig, behoben werden kann.

      Ich kann mir schlicht und ergreifend eine Umsetzung eines Kommunismus nicht vorstellen und wenn die zwei wesentlichen Punkte wirklich nur „Vergesellschaftung von Produktionsmittel“ und Abschaffung von Geld sind, dann bezweifle ich weiterhin, die Sinnhaftigkeit.

      Dass die derzeitige Form des Systems bei vielen Menschen (und auch bei mir) Unzufriedenheit aufkommen lässt, zeigt, dass vieles nicht stimmt, darin sind wir uns vermutlich einig.

      Im Gegensatz zu Ihnen, vertrete ich keine absolut feste Überzeugung, aber natürlich kristallisieren sich nach und nach gewisse Idee heraus, von denen man überzeugter ist, dass sie positiv für ALLE Menschen sein können.

      Wer BGE fordert, will in letzter konsequenz, daß es arme leute gibt. In einer gescheit organisierten gesellschaft braucht es keine umverteilung – der reichtum, den sie selbst erschaffen gehört den leuten dann doch sowieso!

      Nein, wer BGE fordert, will, dass der Druck, eine bestimmte Arbeit annehmen zu müssen, nur um zu überleben, endet. Durch Erhalt eines BGE ist man in der Lage, die wesentlichen Bedürfnisse zu erfüllen (Wohnen, Essen, Teilnahme an der Gesellschaft). Darüber hinaus kann aber jeder Mensch, Arbeitsleistungen, die zu seiner inneren Überzeugung passen, auf einem erstmalig tatsächlich existierenden Arbeitsmarkt anbieten, muss es aber nicht. Gleichzeitig stehe ich aber auch dazu, dass jede Art von Einkommensteuer abgeschafft werden muss und nur die Umsatzsteuer als Einnahmenquelle und Lenkungsmittel bestehen bleibt.

      Auch besteht die Möglichkeit jederzeit, bei einem Wandel der Interessen, sich vom Arbeitsmarkt zurückzuziehen und sich anders zu orientieren. Arbeitgeben müssen fair mit Arbeitnehmern verhandeln, keiner kann faktisch gezwunden werden, „irgendwas“ tun zu müssen.

      • Im gegensatz zum BGE ist kommunismus kein verbesserungsvorschlag wie man den kapitalismus angenehmer machen kann, sondern bedeutet einen systemwechsel.

        Daß man den kapitalismus nicht verbessern kann, ist zumindest in Deutschland im vergangenen jahrhundert bereits bewiesen worden.

        Es gab in der BRD einen sozialstaat, der seinen namen tatsächlich verdiente und der bis in die siebziger jahre auch verbessert wurde. Der großen mehrheit der bevölkerung ging es relativ prima. Nur wurde das volk den leuten, denen der laden hier nun einmal gehört, zu teuer.

        So ist das mit der bürgerlichen demokratie: Das volk darf sich das personal, das es für das kapital benutzbar macht aussuchen. Nicht die politischen inhalte.

        Der abbau des sozialstaats begann 1982 mit den Lambsdorff-Papier und wurde zu zeiten der Schröderregierung zu einem tatsächlichen gesellschaftswandel.

        Die sogenannten »Hartz-Reformen« beinhalteten zum größten teil die forderungen der Bertelsmannstiftung (und die Bertelsmannstiftung hält mehr als zwei drittel anteile an der Bertelsmann AG, dem weltweit größten medienkonzern).

        Zitat:
        In der Sozialversicherung sei es nötig, binnen zehn Jahren die Arbeitslosenversicherung abzuschaffen und Sozialhilfe weiter einzuschränken. Die Kürzungen in der Sozialhilfe wiederum mindere automatisch den damit verbundenen Mindestlohn. Sinke der Mindestlohn, dann diene dies der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Zugleich diene dies der Sanierung der Staatsfinanzen.

        Die Senkung der übrigen Löhne um 15 Prozent und die Reduzierung des Kündigungsschutzes erlaube es Unternehmen, mehr Arbeiter und Angestellte einzustellen und damit die Arbeitslosigkeit zu dämpfen.

        Die Lohnnebenkosten sollten mittelfristig vom Unternehmer ganz auf den Arbeitnehmer übertragen werden.

        Das ist zu weiten teilen bereits umgesetzt – mit katstrophalen auswirkungen für -zig millionen menschen.

        Da glauben Sie, man könne einfach den druck aus dem arbeitsmarkt nehmen und den leuten das lebensnotwendige einfach spendieren?

        Die Bertelsmannforderungen schließen ein BGE nicht einmal aus – aber eben um den druck auf den arbeitsmarkt zu erhöhen.

        Freiwillig werden die ihr instrument zur totalen bereicherung nicht hergeben. Solange es privateigentum an produktionsmitteln gibt, wird niemand fair mit dem arbeitnehmer verhandeln.

        Den arbeitsplatz gibt es nur, wenn er dem arbeitgeber gewinn einbringt – und aus diesem grund bekommt der arbeitnehmer nie im leben, was er mit seiner arbeitskraft erwirtschaftet, also nix mit »fairer bezahlung« – das gehört ins reich der Grimmschen märchen oder Andersen, der hat’s ja eher mit moral, ganz nach belieben!

        Mich wundert es auch nicht im geringsten, daß milliadäre wie Götz Werner ein umsatzsteuerfinanziertes BGE fordern – der ist schließlich kein kleiner dummer. Dann kann er nämlich vom fiskus unbehelligt seinen geschäften nachgehen und sein geld mehren, während die konsumenten, die mit ihren bedürfnissen an den markt herantreten sich gegenseitig finanzieren sollen.

        Interessant ist natürlich auch Werners argumentationslinie: Er beginnt mit der feststellung, daß »wir« schon im paradies leben könnten. Wer auch immer dies schöne »wir« sein soll. Zum glück sei es möglich, mit wenig aufwand alles herzustellen, was man zum leben braucht. Seine argumente enden aber nicht in menschenfreundlichkeit, sondern wirtschaftsfreundlich – daß Deutschland mit dem BGE ein »arbeitgeberparadies« werden könne, immerhin gäbe es dann arbeitskräfte für lau, weil die leute dann für lau bzw. für den »lebenssinn« arbeiten würden.

        Die erklärung, wofür es dann überhaupt noch geld bräuchte, bleibt er jedoch schuldig.

        Aber immerhin klärt sich so auf, wer dies »wir« überhaupt ist. Natürlich meint er damit nicht sich und mich als insassen dieses staates, sondern bezieht sich auf seine klasse.

        Und genau so muß man die forderung nach BGE auch verstehen.

  5. Nachtrag:
    »Gleichschaltung« ist ein begriff der mit dem realsozialismus oder gar dem kommunismus nicht das geringste zu tun hat. Das ist ein nazi-terminus, der 1933 entstand. Die gleichschaltungsgesetzte hoben die souveränität der länder des Deutschen Reichs auf, zeitungen und literatur bekamen themenvorgaben und später mußte sich jeder kaktuszüchterverein nach dem faschistischen führerprinzip organisieren, um auch hier politisch einfluß zu nehmen.

    Da wirft sich die frage auf, ob Sie tatsächlich keinen blassen dunst haben, wovon Sie eigentlich reden, oder ob Sie bewußt tatsachen verdrehen, um kommunisten (und ein solcher bin ich zufällig) zu diskreditieren.

    • Ich will niemanden diffamieren und wenn Ihnen der Ausdruck wieder zu „rechts“ ist, dann nennen wir es halt „Gleichheit“. Wenn niemanden was gehört, dann kann ja einer nicht mehr als der andere haben. Denn wen eine mehr hat, als die andere, dann würde das ja sofort „Neid“ schaffen und man hätte das gleiche wie vorher. Wenn aber jeder genau gleich viel haben darf (wie auch immer das aussehen würde), dann wäre es trotz allem eine Art Gleichschaltung, scheissegal, woher der Begriff zum ersten Mal stammt. Und mal ganz ehrlich, so viel Unterschied zwischen dem Nazi-Regime und der UdSSR war ja wohl auch nicht. Weder dort nach da gab es Meinungsfreiheit, Gegner wurden in Lager verbannt und vernichtet. Dort hießen Sie KZ, da hießen Sie Gulags. Niemand durfte was tun, was dem Regime nicht passte. Für mich ist es immer sehr befremdlich, dass der real-existierende Kommunismus (Sozialismus) so postiv dargestellt wird, zumindest von einigen wenigen. Aber nur weil einige wenige, einem Unrechtssystem nachtrauen, heisst es noch lange nicht, dass es so begehrenswert ist.

      Dass der Terminus „Gleichschaltung“ tatsächlich so direkt auf die NS-Zeit gemünzt ist, habe ich nachgelesen, inhaltlich macht es aber keinen großen Unterschied zu dem was im Ostblock, in Nordkorea und Kuba geschieht. Wobei Kuba und China irgendwie ganz anders sind. China ist ja heute irgendwie kapitalistischer Kommunismus und Kuba … naja,

      Ich habe mit einigen Menschen aus dem ehemaligen Ostblock Kontakt und die große Begeisterung habe ich nirgends durchhören können. Dass die Armen dann vom Regen in die Traufe kamen, ist ein anderes Problem.

  6. Klar, in der DDR hat niemandem etwas gehört, deswegen gabs in allen dörfern die zentrale zwangs-zahnbürste an der sich abends immer lange schlangen bildeten – durfte keiner eine eigene haben, das hätte schließlich neid ausgelöst.

    Aber mal im ernst:
    Zitat Marx/Engels aus dem Manifest der Kommunistischen Partei:

    Man hat uns Kommunisten vorgeworfen, wir wollten das persönlich erworbene, selbsterarbeitete Eigentum abschaffen; das Eigentum, welches die Grundlage aller persönlichen Freiheit, Tätigkeit und Selbständigkeit bilde.

    Erarbeitetes, erworbenes, selbstverdientes Eigentum! Sprecht ihr von dem kleinbürgerlichen, kleinbäuerlichen Eigentum, welches dem bürgerlichen Eigentum vorherging? Wir brauchen es nicht abzuschaffen, die Entwicklung der Industrie hat es abgeschafft und schafft es täglich ab.

    Oder sprecht ihr vom modernen bürgerlichen Privateigentum?

    Schafft aber die Lohnarbeit, die Arbeit des Proletariers ihm Eigentum? Keineswegs. Sie schafft das Kapital, d.h. das Eigentum, welches die Lohnarbeit ausbeutet, welches sich nur unter der Bedingung vermehren kann, daß es neue Lohnarbeit erzeugt, um sie von neuem auszubeuten. Das Eigentum in seiner heutigen Gestalt bewegt sich in dem Gegensatz von Kapital und Lohnarbeit. Betrachten wir die beiden Seiten dieses Gegensatzes.

    Kapitalist sein, heißt nicht nur eine rein persönliche, sondern eine gesellschaftliche Stellung in der Produktion einzunehmen. Das Kapital ist ein gemeinschaftliches Produkt und kann nur durch eine gemeinsame Tätigkeit vieler Mitglieder, ja in letzter Instanz nur durch die gemeinsame Tätigkeit aller Mitglieder der Gesellschaft in Bewegung gesetzt werden.

    Das Kapital ist also keine persönliche, es ist eine gesellschaftliche Macht.

    Wenn also das Kapital in ein gemeinschaftliches, allen Mitgliedern der Gesellschaft angehöriges Eigentum verwandelt wird, so verwandelt sich nicht persönliches Eigentum in gesellschaftliches. Nur der gesellschaftliche Charakter des Eigentums verwandelt sich. Er verliert seinen Klassencharakter.

    Es geht eben nicht um das zahnbürstlein, die wohnung oder was man an nützlichem zeug braucht oder haben will. Kommunismus bedeutet nicht »allen das gleiche«, warum auch, menschen haben nun einmal unterschiedliche bedürfnisse, sondern

    jeder nach seinen fähigkeiten, jeder nach seinen bedürfnissen.

    Wenn es keinen staat und mehr gibt, gibt es konsequenter weise auch kein staatseigentum mehr, dann gehören die betriebe, denen die darin arbeiten.

    Sie haben offenbar eine etwas konfuse vorstellung, was der Sowjetstaat war und was der deutsche faschismus war. Und selbstverständlich darf natürlich auch nicht die gleichsetzung von GULag und KZ ausbleiben. Die KZs im hitlerfaschismus waren von anfang an als vernichtungslager konzipiert, in denen die menschen, die der obrigkeit nicht paßten, sich durch zwangsarbeit zu tode schinden sollten. Die idee war nicht neu schon zur kaiserszeit hingen reaktionäre kreise aus industrie, adel und militär der theosophisch-elitären rassenlehre an. Es gelte, die andersrassigen durch zwangsarbeit auszurotten. GULags waren kein ort der mitmenschlichkeit, das wird mit sicherheit niemand behaupten wollen: Die haftbedingungen waren menschenunwürdig, viele häftlinge gingen elendig an kälte hunger und krankheiten zugrunde. Vernichtungslager, die dazu dienen sollten, »minderwertige« auszurotten waren sie nicht, sondern eher »umerziehungslager«. Daß das völlig untaugliche mittel waren, steht außer frage.

    In den vergangenen jahren sehr viel mit menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und den früheren RGWstaaten zusammengearbeitet. Täglich habe ich mit leuten zu tun, die in der DDR aufgewachsen sind. Kaum einer von denen ist mit dem jetzigen system zufrieden. Zitat einens früheren kollegen: »Ich war gegen kommunisten. Dumm war ich!« Die meisten sind der auffassung, daß es das alte system nicht war, das jetzige aber erst recht nicht. Aber der realsozialismus ist seit über zwanzig jahren kaputt und kommt auch nicht wieder.

    Sie benutzen das wort »unrechtsstaat«. Was soll das sein?

    Wenn man der frage nachgeht, wer oder was eigentlich herrscht, wenn das recht herrscht, kommt man auf ein ernüchterndes ergebnis. Das hier zu erörtern, ginge jedoch ein thema zu weit.

    Auch Ihre merkwürdige idee China sei ein kapitalistischer kommunismus ist nicht nachvollziehbar. Kapitalismus und kommunismus sind nicht miteinander vereinbar. China ist ein form drittweltkapitalismus mit einer einparteienregierung, da tut es wenig zur sache, wie die partei sich nennt.

  7. Das der Komunismus, so wie wir in als Staatsreligion oder auch als Staatsterror kennen, so nich funktionieren kann, ist wohl heute mehrheitlich bekannt.
    Das der Kapitalismus, so wie er jetrzt bei uns existiert, so auch nicht funktieoniert, ist auch mehrheitlich bekannt.
    Also was muss geschen, man neme von beiden das Beste und vereinige diese Teile, heute noch eine Utopie aber für die ferne Zukunft, wohl der einzige Weg.
    LG zentao

    • Ja, so sehe ich das auch und das ist ja auch Idee des Blogs. Auch ich kann dem Kommunismus nichts abgewinnen, ich finde für mich kein plausibles Argument, das die Idee stützen würde, abe auch der Kapitalismus um Raubtiermodus wie derzeit hat versagt.

  8. Ich habe überhaupt nichts utopisches behauptet.

    Wo bleiben Ihre argumente gegen das von mir geschriebene?

  9. Ihr seid dermaßen widerwärtig drauf, da fehlen mir glatt die worte.

  10. Ich kann dem Ganzen nicht allzu viel hinzufügen: die Vorstellung von Kommunismus in der Form wie vorgeschlagen, in der Urform, bereitet mir eher Angst als Vorfreude. Ich dachte einfach es kommen Argumente, wie er zeitgemäß adaptiert werden kann.

    Dass auch der Kapitalismus in der derzeitigen Form, der nichts mehr mit der Realwirtschaft zu tun hat, keine Dauerlösung ist, ist ja Anlass meines Blogs. Sich Gedanken machen über eine optimale Gesellschafts- und Wirtschaftsform. Ich denke den wesentlichen Beitrag müssen die Menschen selbst machen, indem sie anders denken, ans Gemeinwohl denken und nicht nur puren Egoismus zeigen, der aber uns allen systembedingt in die Köpfe gehämmert wird, von klein auf.

    Es geht mehr um einen Gesellschaftswandel, der einen Wandel des Wirtschaftssystems mit sich bringt. Ich denke auch mehr und mehr, dass sich dieser nur nach einem kompletten Crash verwirklichen läßt und nicht schleichend durch Wahlen funktionieren wird, auch wenn das der sanftere Weg wäre. Ich glaube wir müssen mal alle wieder auf den Boden der Realität huntergeholt werden, so wie es früher nach Kriegen war, wo alles zerstört war. Nur darf man nicht wieder den Fehler machen, das gleiche neu zu starten, denn ein Zinseszinssystem führt eben nach etwa 50 bis 70 Jahren zu einem Zusammenbruch.

    jeder nach seinen fähigkeiten, jeder nach seinen bedürfnissen.

    Dem stimme ich zu, das ist aber auch Grundidee in einem System mit BGE

    Wenn es keinen staat und mehr gibt, gibt es konsequenter weise auch kein staatseigentum mehr, dann gehören die betriebe, denen die darin arbeiten.

    Ganz ohne Staat in irgendeiner Form wird es nie gehen und an so Selbstverwaltung riesiger Betriebe glaube ich nicht.

    Natürlich habe ich weder im Sowjetstaat gelebt, noch in der DDR, ich muss einfach den Erzählungen anderer glauben … auch wenn manche nostalgisch zurückdenken, so toll war das Leben wohl nicht. Wenn andere nostalgisch an andere Zeiten denken, finden Sie das ja auch nicht so gut.

  11. Reißen Sie sich irgendwann wenigstens mal den arsch auf, meine argumente adäquat zu widerlegen?

    Ansonsten vertue ich hier meine zeit. Ich habe beileibe anderes zu tun.

    Mehr als weicheierndes gelaber haben Sie nicht zu bieten.

    Farewell.

  12. Letzer nachtrag:

    Wie der kommunismus zeitgemäß adaptiert werden könnte, müssen die leut halt selber machen – und da sind so figuren wie Sie, die sich einfach weigern zu denken, eine absolute bremse.

    Nein, das BGE ist überhaupt keine idee, daß jeder nach seinen fähigkeiten und bedürfnissen leben könne oder solle – die traurigkeit, die das BGE darstellt und die zwangsläufigkeit, auf die das hinausläuft, habe ich oben bereits beschrieben. Ich habe überhaupt keinen zweifel dran, daß dieser unfug realisierbar ist.

    Überdies habe ich überhaupt keinen zweifel dran, daß Sie und zahlreiche andere weltverbesserer tatsächlich mit den besten absichten handeln – aber das wird wegen der bereits genannten notwendigkeiten nicht kommen.

    Ein erster schritt, um auf den trichter zu kommen, daß es gesellschaftlich etwas anderes geben könnte, wäre die »literatur« Ihres geliebten Tom Hockemeier und dergleichen ad acta zu legen. Das werden Sie nicht tun.

    Nun aber endgültig.

  13. Interessante Fragestellung, die Dich hier beschäftigt. Ich meine, wir sollten das Schwarz-Weiss-Denken aufgeben. Ungezügelter Kapitalismus so wie ungezügelter Kommunismus sind die zwei Extreme, die uns nicht weiterbringen werden. Dass in Deutschland die Schere zwischen Armen und Reichen immer weiter auseinander geht ist ein Anzeichen eines ungezügelten Kapitalismus und defakto auch gesellschaftsschädlich. Doch aus Angst vor dem Gespenst „Kommunismus“ flüchten sich die Menschen blinglings in die unreflektierte Verteidigung kapitalistischer Systeme und geben ihnen somit Legitimität. Das kann es aber auch nicht sein 😦

  14. Oozaru

    die frage, ob kommunismus heute noch funktionieren kann, hängt von dem jeweiligen staat ab. davon, wie er diese regierungsform umsetzt. aber wieso soll man sich ständig auf alte regierungsformen beziehen? wieso erfindet man nicht eine neue? wieso nimmt man nicht einfach die besten eigenschaften vom kommunismus und der demokratie, und verbindet sie zu etwas neuem? eins steht fest: kapitalismus ist nicht besser. in diesem gesellschaftssystem wird man schon von kindheitsbeinen an auf konkurrenzkampf getrimmt. auf eine ellenbogengesellschaft, in der man nur weiter kommt, wenn man andere wie dreck behandelt, sie mit füßen tritt, oder ausbeutet. „hinter jedem großen vermögen steckt ein großes verbrechen“ – honore de balzac hat es damals sehr trefflich formuliert.
    ich finde nicht, dass eine funktionierende und gute gesellschaft so aussehen sollte. gemeinschaftssinn sieht anders aus. und gegen schuluniformen hätte ich persönlich nix, ich hab es als kind selbst miterlebt, wie man wegen nicht-marken-kleidung in der schule von den anderen kindern runtergemacht wurde.
    das es nicht mehr so viele arbeiter gibt, stimmt. die meisten sind entweder arbeitslos, oder auf hartz.
    >> zitat von dir: Aus heutiger Sicht wäre es möglich, dass niemand mehr monotone Tätigkeiten verrichten muss, diese noch stärker automatisiert passieren.
    automatisiert? und das heisst? massenentlassungen, arbeitsplatzabbau, höhere arbeitslosenquoten? nicht jeder mensch ist ein geeigneter anwalt, manager, pädagoge, psychologe, arzt, oder sonst ein akademiker/intellektueller. und für den wohlstand der industrieländer müssen andere länder bluten. dort gibt es mehr als genug arbeiter, die dir den hals umdrehen würden für deine aussage. zu behaupten, arbeiter seien nicht mehr gebraucht, maschinen können die arbeit verrichten, ist ein regelrechter dolchstoß in den rücken dieser menschen, und auch unzähliger in unserem land.

    im übrigen gibt es in amerika bereits kleinere unternehmen, in denen kommunsimus praktisch schon ausgelebt wird. der betrieb gehört den arbeitern und dem leiter, entscheidungen werden untereinander abgestimmt und getroffen, jeder verdient gleich viel. und jedem geht es gut, keiner beklagt sich, weil jeder ein gutes und sorgenfreies leben für sich und seine familie gesichert hat. keiner dieser männer braucht 5 überteuerte sportwagen in der garage, oder ne eigene yacht, oder 3 villas auf den malediven, der domrep oder malle. luxus ist nicht lebensnotwendig, und jeder, der ihn anstrebt, ist in meinen augen ein ausbeuter, weil klar ist, dass irgendjemand anderes für diesen luxus leiden muss.

    ob ein naives und dummes volk wie beispielsweise unseres, dass sich von politikern, banken und wirtschaftsbossen irgendwelchen müll anreden lässt, und nichtmal hinterfragt, in der lage ist, einen ganzen staat zu lenken, ist ne andere frage, die gleichschaltung aller klingt allerdings sehr verlockend, und keinesfalls schlecht. ich wär absolut dafür, 🙂

    • >> zitat von dir: Aus heutiger Sicht wäre es möglich, dass niemand mehr monotone Tätigkeiten verrichten muss, diese noch stärker automatisiert passieren.

      Das muss aber bitte im Zusammenhang gesehen werden! Die weitere Automatisierung ist nur dann zu befürworten, wenn dabei ein System mit Bedingungslosem Grundeinkommen umgesetzt wird, in dem die typische heutige Erwerbsarbeit ganz anders entlohnt wird (bzw. werden muss), bzw. nicht mehr notwendig ist.

  15. R.Yalman

    ich hab einen text gelesen von Günter Sandleben, die 5 Stunden Woche – dort steht das drin, was mir selbst schon oft durch den Schädel ging – die ineffizienz der Arbeit, von der Zeit her betrachtet die man benötigt und um das zu bekommen was man am Ende selber haben will.
    Die Betriebswirtschaftliche Theologie der 90er förderte das Dienstleistungsheer. Aber, um was geht es denn wirklich – es geht mir doch als Mensch nur darum das das Auto in der Garage, der Apfel auf dem Teller und der Tisch vor dem Fernseher steht! Wenn man sich dann die Reibungsverluste schonungslos vor Augen führt – und das ist völlg egal welche Branche und welches Beispiel – dann kommt man genau zu diesem Ergebniss. Welcher Handgriff ist wirklich Nötig, und einen Wert zu erstellen ?Welcher Arbeitsplatz ist nötig? Sind die Wasserköpfe der Verwaltungungen ( die noch dazu in fast jeder Firma gegenüber den armen Schweinen, die sich die Hände dreckig machen, und den eigentlichen „GEGENWERT“ schöpfen, deutlich Bevorzugt werden) wirklich Notwendig dafür?
    EIgentlich nicht! Und die Tatsache wie eine moderne Volkswirtschaft sich selber wieder ineffizient macht, ist erschreckend, und erschreckend ist auch das dies keine Volkswirte, sondern scheinbar nur Kommunisten Juckt. Ich arbeite im Ersatzeilegroßhandel / Bereich Nutzfahrzeuge. Erschreckend, wenn man sieht, wie der Mist über 5 Ecken geht, jeder dran verdient, und der Produzent am wenigsten hat oder gleich in der dritten Welt herstellen lässt, hier Arbeitsplätze vernichtet und Leute dort ausbeutet werden, der dumme Endkunde aber einen fetten Preis dafür bezahlen mus! Oder Beispiel Speditionen ; das Arme Schwein wo 29 Tage im Monat auf Tour ist, 1 Tag den Abgefuckten LKW reinigen soll, und 1 Tag daheim ist, seine Strafzettel selber bezahlen mus, der sitzt ganz unten in der „“““Wertschöpfungs““““Kette (LOL)- über ihm aber ein Geflecht aus Subunternehmern die im Büro sitzen und abkassieren. Das ist keine Wertschöpfung, das ist Preisdumping und -treiben! Aber die Leute die hier an der Macht sind, haben kein Interesse an dem was zu ändern. Warum auch?
    Man hat zigtausend Mille im Monat, bis ans Lebensende, wer weis wieviele Gönner und hat keinen Job, bei dem man morgens mit Rückenschmerzen sich aus dem Bett quälen mus. Ach ja – die Strafzettel bekommt der Cheuffeur.

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