Wie ein kleiner Schulbub kommt man sich vor …


… wenn man oft mit Kritik an seinen Gedanken konfrontiert wird. Man hat immer den Eindruck, es gibt so viele gescheite Leute und selbst ist man der totale Durchschnitt und hat keine Ahnung von irgendwas. Das geht selbst mir so und ich dachte immer, so clever zu sein. Aber dann wissen Menschen immer so viel. Sie kennen Marx und Engels, sie lesen „Das Kapital“ mit ihren Kindern zur Märchenstunde und philosophieren heiter-lustig, ironisch-zynisch mit ihnen über die dummen rechten, die nicht wissen, wo der Hund im System begraben liegt. Sie werfen mit beeindruckenden Ausdrücken linker Ideenwelt um sich und man sieht sich vor der kaum zu bewältigenden Aufgabe, nun all die Dinge nachlesen zu müssen.

Aber Hallo! Ich sehe linke und rechte Ideologien als überholt und ich habe keine Lust mir schlecht vorzukommen, nur weil ich diese Werke nicht im Detail studieren will und mir dafür auch die Zeit fehlt. Unten wird sich zeigen, dass das auch absolut unnötig, da überholt ist. Ich will damit Marx nicht diffamieren, ein grosser Denker seiner Zeit, aber die Welt hat sich geändert und seine Ideen strotzen vor Irrtümern.

Damit das Weiterlesen noch angenehmer wird, öffnet doch einfach in einem weiteren Fenster das zum Thema passende Liedl von Hubert von Goisern „Brenna tuats guat“

Text zum Verstehen für Hochdeutsche gibt es hier.

Eigentlich schreibe ich mir hier ein wenig Frust von der Seele, die es ja für aufgeklärte, emanzipatorische Menschen nicht gibt, also nicht den Frust, sondern die Seele. Und ich sammle Links (für mich, aber auch für euch), einfach auch um sie später wieder zu finden. Und stelle Fragen, naive Fragen, aber man wird ja noch fragen dürfen.

Frau Mechthild Mühlstein vom 1-euro-blog  zeigte mir ja zuerst mal, dass die Zinskritik und die Ideen von Prof Hörmann eindeutig antisemitisch sind und darüber sei jeder Zweifel erhaben, was man hier und hier in cooler, absichtlich gewählter, selbstbewusster Fäkalsprache nachlesen kann.

Und dann las ich mal und las und las und hatte ein gewisses Gefühl im Bauch und den besten Ausdruck den ich dann fand war dieser:

“Florian, am Ende Deines Artikels tust Du, was Du zurückweisen wolltest, selbst: Du stellst ein „raffendes Kapital“ („das unendlich geschöpfte Zockergeld“) ” ..sorry aber so ist das nun mal. Es gibt nun mal unheimlich aufgeblähte Finanzmärkte an denen mit der vielfachen Menge an Geld das für den Handel benötigt wird tatsächlich einfach nur gezockt wird. Das mit Rücksicht auf paranoid-verquastete, pseudointellektuelle Pamphlete, die zwanghaft Antisemitismus herbeiphantasieren müssen zu verneinen, wäre schlichtweg Realitätsverweigerung!

PARANOID VERQUASTETE, PSEUDOINTELLEKTUELLE PAMPHLETE, DIE ZWANGHAFT ANTISEMITISMUS HERBEIPHANTASIEREN MÜSSEN.

Ganz ausgeschrieben und in grossen Buchstaben. Danke an Babyshambler für diese geniale Zusammenfassung meines Bauchgefühls, welche im Kommentarbereich des ohnehin schon sehr guten Artikels “ Neues zur Geldsystemdebatte – Diffamierungen und konstruierte Gegenargumente“ sich befindet.

Schon am besten Weg, als Schulbub selbst Kritik an der Kritik zu üben, führte mich das Schwule Mädchen im Kommentarbereich meines Artikels ein wenig weiter, indem es mir die Standardantwort für dumme Fragen, warum Zinskritik angeblich antisemitisch sein soll, gab:

Mondschein schreibt „Gib mir die Welt plus fünf Prozent“.

Danke an das Mädchen, auch wenn mir nicht klar ist, ob es nett oder zynisch gemeint war.

Aber egal, der Schulbub liest, warum das Märchen mit dem Gold nicht stimmt und warum sich auch die Zinsen für den Goldschmied ausgehen.

Was für ein Mist?!!!

Es  geht doch nicht nur darum, ob eine Stadtgemeinschaft jetzt ein paar Netsch für den Goldschmied erwirtschaften kann?! Was soll der Vergleich? Es geht auch nicht darum, ob es böse ist Zinsen oder auch eine Art Bearbeitungsgebühr für das Verleihen von Geld zu nehmen.

Es geht darum, dass sich ewiger Zinseszins nicht ausgehen kann und massiv die Tendenz hat, Geld und damit Macht bei immer wenigen anzusammeln.

Das lustige ist ja, dass ich derzeit sogar Profiteur des derzeitigen Systems bin, und mir aber immer vorwerfen lassen muss, ich würde ja indirekt der Arbeiterklasse was böses tun. Ja, eigentlich kanns mir doch vollkommen egal sein, ich lebe von den Zinsen anderer. Sollen die doch sehen, wie sie es erwirtschaften. Ich leg mich in den Liegestuhl und seh den Trotteln beim Arbeiten zu!

Auch hier bei Brigitte Kratzwald erfährt man noch warum Zinskritik falsch und recht sein soll. Obwohl ich den Blog sonst im ersten Überflug sehr gut finde, der Artikel ist entbehrlich.

Und weder Prof. Hörmann, noch Götz Werner, noch andere Denker sehen ja in der Abschaffung des Zinses eine alleinige Glückseligkeit. Ein demokratisches Geldsystem ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für eine bessere Welt.

Der Schulbub dachte ja auch immer, dass diese Idee der Abschaffung von Zinsen eine sehr linke Idee wäre und hatte ja schon fast Angst, zu dieser Idee zu stehen, aber nein: es ist eine rechte Idee, eine antisemitische sogar. Mann, ist das lustig.

Das bedingungslose Grundeinkommen soll ja auch eine linke Idee sein, oder ist sie nun doch rechts?

Zum Schluss noch ein Zitat, welches als Kommentar zum obigen Artikel über die Debatte zu Geldsystemen von Guadalupe, Autor des Rheingoldblogs, abgegeben wurde und für mich mal für heute den krönenden Abschluss meiner Gedankenstrukturierung bilden soll:

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß Marx die vermurkstesten Irrtümer im Sinne der Kapitalherren verbreitete. Die dann später erfolgte russische Revolution wurde dann nachgewiesenermaßen von Rockefeller/Rothschild u.a. finanziert.

Ganz im Sinne Hegels setzt Du der These (Privatkapitalismus) die Antithese (Staatskapitalismus, auch Kommunismus genannt) entgegen, um so die gewünschte Synthese zu schaffen.

Es gibt in einem ehrlichen Geldsystem für einen Handwerksmeister null Grund, seinen Lehrling auszunutzen, im Hochmittelalter, als wir bereits mit den Brakteaten ein ordentlich Geld hatten, das uns in höchste Wirtschaftsblüte mit großem Wohlstand führte, war das Lehrling / Meister Verhältnis von famiiärer Nähe und Liebe zur Handwerkskunst bestimmt. Die Entzweiung dieses interessengleichen Teams gelang Marx mit seinem Klassengegensätze-Käse, der die Herrschaft des Kapitals verheimlichen sollte. Der von Marx beschriebene Raub durch den “Mehrwert” ist dem Kapital(ismus) geschuldet und erreicht oft den hochverschuldeten Unternehmer gar nicht, der den wie sein Arbeitnehmer abzuliefern hat.

Gegen Konkurrenz im übrigen ist nichts einzuwenden. Es kommt von con zusammen und currere laufen, also zusammenlaufen, z.B. auf einen Markt, um dort in einem ehrlichen Wettkampf das Brötchenbacken gemeinsam zu höchster Kunst zu vollenden. Der abartige Begriff Konkurrenz, wie wir ihn heute darwinistisch verstehen (er oder ich) ist dem alten Geldsystem geschuldet, das vernichtende “Konkurrenz” erzwingt (sie sind alle verschuldet und Tilgung geht nur über die Vernichtung des Mitmenschen).

Ich kann nur bitten, Marx gedanklich in die Tonne zu werfen und wenigstens einmal zu versuchen, GELD zu DENKEN. Haltet Euch nicht an den Produktionsmitteln auf und irrtümert nicht als könnte irgendwer für den anderen wissen, was nachhaltig oder gewünscht ist. Das entscheiden bitte die Menschen selber. Denkt bitte Geld und durchschaut, wie wir alle seit Jahrhunderten angeschissen werden Lest “Geld in der Geschichte” (dort wenigstens die Kapitel, die die Wirtschaftsblüte des Hochmittelalters betreffen) http://www.artfond.de/geldgeschichte.htm (benutzername rheingold, passwort gold). Da sind auch jede Menge andere Texte zum Geldsystem zu finden.

Alle Hervorhebungen sind von mir vorgenommen worden.

Und ich füge dem ganzen hinzu:

Lasst uns alle linken und rechten und angeblich linken und angeblichen rechten Ideologien feierlich zu Grabe tragen und in einem fairen Miteinander etwas neues aufbauen.

Naja und den Human Way finde ich einen guten Ansatz. Aber der ist jetzt sicher wieder voll rechts, oder nein links …. manchmal trägt das echt zu meiner Erheiterung bei und Lachen soll ja ein langes Leben bescheren. Also danke an alle!

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Kategorien: Alternative Geldformen, Bedinungsloses Grundeinkommen (BGE), Geschichten & Meinung, Gesellschaft, Wirtschaft, Wohlstand | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „Wie ein kleiner Schulbub kommt man sich vor …

  1. Es war nett gemeint.

    Vom selben Mondschein-Blog-Autor gibt es noch diesen Aufsatz, der erläutert, warum die Zinseszinslawine nicht auftritt, und dabei den Leser von Antisemitismusvorwürfen verschont. Der Denkfehler ist der, daß Kapitaleinkünfte jeglicher Art, also Zinsen, Dividenden aus den Erträgen von Wirtschaftsunternehmen stammen. Zinsen sind nichts als Kostenfaktoren genau wie Mieten, Pachten, über die sich niemand beklagt. Sobald Zinsen nur noch durch Aufnahme neuer Schulden bezahlt werden können, dann läuft das Unternehmen dem Bankrott entgegen, und die Zinseszinsforderung wird wertlos.

    Dieser Aufsatz erläutert auch noch den zentralen Denkfehler, nämlich den, daß immer so getan wird, als ob Zinsen im Unterschied zu anderen Einnahmearten der Zirkulationssphäre Geld entziehen würde.

    Keine Bange! Dieser Autor verschont Dich mit Moishe Postone und Robert Kurz, die Zinskritik die politische Ökonomie des Antisemitismus nennen. Es gibt sachliche Gründe gegen die Zinskritik.

  2. An typen wie Postone oder Kurz hatte ich beim verfassen meiner zeilen tatsächlich nicht gedacht.

    Auch ging es mir nicht drum, irgendwen als »kleenen schuljungen« vorzuführen. Bestimmt nicht.

    Keinesfalls ist es in ordnung, daß Sie hier meinen namen nennen und dann etwas zitieren, als ob ich es geschrieben hätte. Habe ich nicht. So formuliere ich nicht.

    Wenn es Ihnen jedoch den »inneren reichsparteitag« bedeutet, derartiges zu behaupten, bittesehr.

    Viel spaß damit.

    Sie empörten sich drüber, daß ich professor Hörmann »diffamiert« hätte. Ich habe aus der presse und seinem eigenen buch zitiert und kommentiert. Ich habe ihm keine falschen zitate untergeschoben.

    • Falls etwas falsch zitiert ist, werde ich es gerne korrigieren (eventuell auch direkte E-Mail an mich). Ich habe Ihren Namen, wie er im Kommentar aufscheint, nur mit Ihrem Blog und den beiden Artikel in Zusammenhang gebracht.
      Es liegt mir fern, irgendjemand etwa zu unterstellen.
      Wobei Ihre Anspielungen aber immer sehr eindeutig sind, siehe den inneren Reichsparteitag, von dem ich keine Ahnung habe, wie Sie darauf kommen.
      Ebenso „neutral“ wird auch auf Aussagen zu Franz Hörmann bezug genommen.
      Ich will aber festhalten, dass ich hier nicht als Vertreter von Prof. Hörmann auftrete, sondern in meinem Blog diverse Meinungen über ein mögliches Gesellschaftssystem nach einem möglicherweise kommenden Crash aufzeigen will.
      Dass ich dabei eigene Ideen und Präferenzen habe, ist klar, ein Reichsparteitag ist dabei nicht vorgesehen.
      Gerne stelle ich auch einen Artikel über ihre Sicht der Dinge online, wenn dieser in einer respektvollen Sprache gehalten ist.
      Was mir jedoch von Herzen NICHT wünsche, ist eine Gesellschaft oder eine Diskussion, die von von Diffamierungen, Beschimpfungen, Verunglimpfungen lebt. Insbesondere trete ich allgemein für eine plurale Gesellschaft ein, in der Menschen in verschiedenen Bereichen ihre Vorstellungen umsetzen können, denn ich meine nicht, dass auch eine Mehrheit immer weiss, was für alle anderen gut ist.

  3. Auf den »inneren reichspateitag« komme ich, weil ich schlicht und ergreifend ein arschloch bin.

  4. Es ist ganz einfach – wer den Begriff “Zinskritik” verwendet, ist noch immer religiös:

    http://www.swupload.com//data/Das-Juengste-Gericht.pdf

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