Die Mauer – nein, nicht die – eine andere, die Kacke und die Ruhe


Gesellschaftswandel ohne Crash? Unmöglich!

Die industrialisierten Länder dieser Erde steuern eigentlich mit weit überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Mauer. Dabei beschleunigen wir den Schlitten eher noch als zu bremsen.

Die Mauer ist dabei ein Fixum, auch wenn Experten noch streiten, ob Peak-Oil schon war, gerade stattfindet oder erst im Jahr 2015 oder 2020 stattfinden wird oder wir doch noch irgendwo am Meeresgrund ein wenig des Schwarzen Goldes finden, wobei die Ausbeutung so gefährlich ist, wie Atomkraftwerke zu betreiben, womit das Ereignis auf 2030 verschoben werden kann. Vielleicht kommt aber des Planeten Rache vor Peak-Oil und wir brauchen das genaue Datum nicht mehr zu errechnen. Was wann zuerst eintritt, wird kaum jemand voraussagen können und meistens kommt es dann ohnehin anders als man denkt.

Die Mauer ist ein Fixum, auch weil unsere ganze moderne Gesellschaft auf Strom, Öl und Just-In-Time-Produktion und Wachstum ausgerichtet und davon abhängig ist. Fällt auch nur ein Steinchen aus, über einen größeren Bereich oder mehr als ein, zwei Tage, dann ist, um es bildmalerisch auszudrücken, die Kacke am Dampfen. Und so üblen Geruch bringt man bekanntlich nicht so schnell weg. Da muß man ordentlich ausmisten und lüften.

Ausmisten und lüften – das müßte man eigentlich auch schon jetzt, nur ist der Mist sehr hartnäckig, setzt sich überall fest, wehrt sich gegen Reinigung. Aber selbst wenn man noch so gut putzt, man verbleibt doch in der selben Wohnung, im selben Haus. Wirklich ändern tut sich daran nichts.

Wenn ich also davon ausgehe, daß die Umgebung in der ich lebe, nicht mehr paßt, nützt putzen wenig. Um komplett neue Strukturen reinzubringen, muß man das Gebäude abreißen und neu bauen.

Wenn wir also mit stark überhöhter Geschwindigkeit sowieso schon die Mauer vor Augen haben, dann könnten wir doch rein – crashen und wozu bremsen. Angenommen wir bremsen uns noch ein und stoßen so nur so leicht an ….

Aber wer soll denn bremsen?

Zu fest verankert ist die Mär vom Wachstum und dem notwendigen Konsum, sodaß wir dann doch reinrasen werden – in die Mauer. Denn meiner Meinung nach sind alle politischen und wirtschaftlichen Kräfte zu schwach, kaum jemand hat Interesse am Bremsen, weil die nächsten Wahlen und Bilanzen doch noch vor dem Crash kommen, der ja laut offiziellen Stellen nie kommt. Es geht ja alles gut, auch mit der Finanzkrise. Die hat übrigens einen tollen Nebeneffekt. Wir lernen mal die großen Zahlen besser kennen. So von eins bis 1.000 und 100.000, das lernt man als Kind, dann rechnet man schon mal mit ner Million, wenn man ein Haus kauft, Hundertausend, Million, da kennt man sich aus, auch als Unternehmen vielleicht.

Jetzt wirds aber schwieriger, 100, 500, 900 Millionen, ja, dann kommt die Milliarde – wieviel braucht man zur Rettung des Euro? – 100, 500, 900 Milliarden, Billion! Geschafft. 1000 Billionen sind übrigens dann eine Billiarde – damit Sie sich schon auskennen, wenn der Rettungsschirm stärker aufgespannt wird.

Dabei ist dann noch das Problem, daß auf Englisch die Milliarde billion heißt. Also Glück gehabt, one hundred billion dollars sind nur 100 Milliarden – ein Klacks. Vielleicht redet darum auch kaum jemand was von den amerkanischen Staatsschulden und lenkt den Blick nur mehr auf Europa.

Buuuuuum! Zack! …………..   Ruhe

Nun sind wir also reingerast, tobender Lärm, Donner, alles bricht zusammen, dampft, röchelt und dann ..?

Es wird ruhig, es wird sehr ruhig werden, nämlich viel ruhiger als wir es uns überhaupt noch vorstellen können … kein Strom, kein Benzin … klingt jetzt krass, ist auch krass.

Aber sehen wir doch schnell mal die positiven Aspekte: Arbeiten? brauchen Sie nicht mehr gehen, ohne Internet und Strom geht kaum mehr was. Rechnungen? brauchen Sie auch nicht mehr zu bezahlen, und selbst wenn sie wollten, geht nicht mehr. Apropos bezahlen. Haben Sie Geld zu Hause, paar mehr Scheine als 20 Euro? Nicht, schlecht, Bankomaten schweigen, aber fragen Sie mal Ihren Lebensmittelhändler – äh? wen? achja, Handelskonzerne, naja, die handeln wohl kaum mehr, weil die Türen nicht aufgehen, die Kassen nicht funktionieren und die Mitarbeiter ohnehin andere Sorgen haben, abgesehen davon, daß kein Nachschub mehr kommt.

Der Türke ums Eck

Ok, aber wir haben doch die vielen fleißigen Inder, Pakistani, Türken – wer sonst war in den letzten Jahrzehnten noch so mutig, sich selbständig zu machen, ein Geschäft zu eröffnen, eine Greißlerei – fast nur Ausländer (das Groteske daran ist aber daß vieles es auch nur taten, weil sie zwar keine Arbeitsbewilligung hatten, ein Unternehmen gründen und selbständig sein darf man aber schon) – egal, jedenfalls auf zum Türken und fragen was er denn noch im Laden hat.

Wieviel verlangt er denn? Ok, macht nichts, daß man kein Geld mehr beim Geldautomaten kriegt, er hätte ohnehin keins genommen. Was soll er mit den Scheinen? Äh, gute Frage. Aber die sind doch das Geld wert? Was ist ein Geldschein wert? Also Dollars und Euros sicher nichts, und sie waren nie was wert und nur plötzlich merken das alle. Bei früheren Geld war das übrigens anders, da hatte man zumindest Anspruch auf eine gewisse Menge Gold.

Also was ist jetzt mit der Ruhe? Und was willst Du uns eigentlich sagen?

Abgesehen von Streits und Tumulten ist es oft ruhig, kein Radio, keine beschissenen Fernsehsendungen, kein Autolärm, aber auch ein wenig Dunkel, aber man gewöhnt sich an alles.

Schnell wird sich alles auf das Beschaffen von Lebensmittel konzentrieren und gescheite Köpfe werden sich zusammentun, um nun dann doch Ideen für einen Neuanfang einer Gesellschaft zu implementieren.

Ich wünsche mir, daß diese auf Ethik und Spiritualität aufbaut, dadurch ein Wirtschaftssystem der Bedarfsdeckung, der gegenseitigen Hilfe und eines bedinungslosen Grundeinkommens entsteht. Der Maßstab, an dem Erfolg gemessen wird, soll Zufriedenheit und Glück sein und kein Nationalprodukt, das niemandem etwas bringt.

Wichtig erscheint mit auch, daß es nicht nur EIN Währungsystem gibt, sondern eine Vielzahl an alternativen Geldformen, wie diese bereits heute als Tauschkreise angedacht und erprobt werden. Geld muß Tauschmittel bleiben und im Umlauf und darf niemals durch Rückhalt zum Machtinstrument werden.

Und fast bin ich der Meinung, daß der Weg zu einem Gesellschaftswandel nur über einen Crash oder eine Revolution erfolgen kann, daß ein evolutionärer Gang dorthin nicht möglich ist, weil zu viele Menschen und Bezugsgruppen auf zu viele Dinge, Macht und vermeintlichen Wohlstand verzichten müßten.

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Kategorien: Alternative Geldformen, Bedinungsloses Grundeinkommen (BGE), Crash, Geschichten & Meinung, Gesellschaft | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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