Monatsarchiv: März 2012

Das Wachstumsdilemma – wofür zum Teufel müssen wir wachsen?


Die Grenzen des Wachstums sind uns hinlänglich bekannt ….

Unter Prinzipien habe ich ja auch den Punkt als für einen Gesellschaftswandel als notwendig identifziert, wonach wohl ein Übergang unserer Konsumgesellschaft in eine Bedarfsgesellschaft erforderlich ist.

Nun ist die Forderung nach Wachstum eine heilige Kuh, die wir gebetsmühlenartig zu jedem Anlass zu hören bekommen, sodass wir alle daran glauben. Alle? Nicht alle! Ein kleines Nest in Irgendwo leistet Widerstand. Und spätestens seit der Untersuchung im Auftrag des Club of Rome nach der Frage der Grenzen des Wachstums, beschäftigten sich Wissenschafter rund um Donella und Dennis Meadows intensiv damit, ob ein exponentieller Zuwachs von Ressourcenverbrauch, Bevölkerung und wirtschaftlicher Aktivität ewig weiter funktionieren kann.

… nur sehen wir sie nicht

Vielleicht müssen Buchautoren vorsichtiger in der Argumentation sein, gegen Lobbies ist oft schwer anzukämpfen, Beweise werden ins Lächerliche gezogen und Klagen sind schnell eingebracht, wenn man Dinge behauptet, die anderen Zuwiderlaufen. Aber eigentlich kann man eindeutig sagen, dass solch ein Wachstum, ein exponentionelles, in der Natur nicht möglich ist. Mittlerweile zeigen sich auch Aspekte des Klimawandels, katastrophale Naturzerstörungen durch Ressourcenabbau so offensichtlich, dass es kaum jemand mehr ernsthaft in Zweifel zieht. Ein großes Problem stellt meiner Meinung nach dar, dass gerade die Hauptbetroffenen des Wachstums (Wir Europäer, Nordamerikaner) viele Folgen nicht direkt sehen – wir leben nicht in der Arktis, sehen die Gletscherschmelze in Grönland nur im Fernsehen und sehen auch nicht quadratkilometergrosse Abraumhalden in Asien, die wie utopische Landschaften einer fremden Welt aussehen. Rund um uns ist die Natur heil und schön, weil wir eine verlängerte Werkbank haben und arbeiten lassen und selbst bei ein bisschen zu hohen Feinstaubwerten Panikattacken bekommen – dass man in Peking die Hand vor Augen oft nicht mehr sieht, weiss man zwar, ist aber tausende Kilometer weit weg.

Ist Wachstum überhaupt notwendig?

Trotzdem bin ich der Meinung, dass den Wissenschaften eindeutig bekannt und den Normalbürgern sonnenklar ist, dass ein ständiges Wachstum nicht möglich ist. Mir stellt sich aber vielmehr die Frage, ob es denn überhaupt notwendig ist? Würde es uns so viel schlechter gehen, wenn plötzlich kein wirtschaftliches Wachstum mehr vorhanden ist.

Studien zufolge ist dem nicht so, denn ab einer gewissem Einkommenslevel, BIP-Niveau bringt eine weitere Steigerung kaum bis nichts mehr in Bezug auf die Angaben, wie glücklich und zufrieden man mit dem Leben ist. (Quelle: Worldwatch Institute – dargestellt in Jackson, Wohlstand ohne Wachstum). Dies ist neben dem wissenschaftlichen Nachweis auch plausibel. Wenn die Grundbedürfnisse nach Wohnen, Ernährung, Familie/Beziehung und Gesundheit zur Zufriedenheit abgedeckt sind, bringt ein „Mehr“ an Geld kaum mehr grossen „Zusatznutzen“ – wir kennen es und spüren es und sind zunehmend auch unzufrieden mit dem Druck, immer wieder für ein Wachstum kämpfen zu sollen, welches uns nicht mehr interessiert.

Wachstum für ein Schuldgeldsystem

Margrit Kennedy formuliert in „Geld ohne Zinsen und Inflation“ fünf grundsätzliche Missverständnisse bezüglich der Funktion des Geldes:

  1. Es gibt nur eine Art von Wachstum – Nein!
  2. Zinsen zahlen wir nur dann, wenn wir uns Geld leihen – Nein!
  3. Das gegenwärtige Geldsystem dient allen gleichermaßen – Nein!
  4. Inflation ist ein integraler Bestandteil eines jeden Geldsystems – Nein!
  5. Unser Geld- und Finanzsystem verhält sich neutral zu Fragen nachhaltiger Entwicklung – Nein!

Nachdem es sich um Missverständnisse handelt, kann man zusammengefasst sagen, dass durch das Zinseszinssystem das Geldvermögen exponentiell wächst und alle exponentiell wachsenden Systeme dem Tod geweiht sind (Krankheit). Weiters zahlen wir alle Zinsen in jedem Produkt, das wir kaufen, bei der Miete, bei Gebühren … und zwar zunehmend mehr und mehr (exponentiell). Nur wer ein bestimmtes, sehr hohes Einkommen hat, kann noch mehr Zinsen „erarbeiten“ lassen als er selbst bezahlt und profitiert vom herrschenden System. Dies betrifft aber nur mehr weniger als 10 Prozent der Gesellschaft und es drückt das aus, was viele spüren: dass einige immer reicher werden (was nicht einmal ein Vorwurf ist, sondern es ist systembedingt gar nicht anders möglich!) und die restlichen 90% im allgemeinen kaum mehr eine Chance haben, auch nur annähernd gut zu überleben – selbst die USA haben festgestellt, dass der Mythos vom Tellerwäscher zum Millionär kaum mehr funktioniert. Inflation ist ebenfalls keine Notwendigkeit, aber sie wird uns als selbstverständlich hingestellt, weil es für Regierungen eine Möglichkeit darstellt, die schlimmsten Probleme hinsichtlich der ansteigenden Schulden zu lösen, nämlich durch das Aufblähen der Geldmenge, die nicht durch entsprechende Werte aus Arbeit und Produktion gedeckt ist. Wer also nicht in inflationsbeständige Vermögen investiert hat, zahlt durch die Inflation nur drauf – und merkt es kaum, nur schleichend, im nachhinein!

Wir müssen also für ein Schuldgeldsystem wachsen, welches uns eigentlich nicht dient, uns krankt macht und zu immer schnellerem Wachstum zwingt. Immer mehr müssen wir arbeiten, um die Zinsen für das sich bei immer weniger ansammelnden Vermögen zu verdienen. Und das wird sich bald nicht mehr ausgehen.

Ganz wichtig ist mir dabei immer festzuhalten, dass selbst die Reichsten nichts dafür können, innerhalb des Systems geht es gar nicht anders, wenn man sich nicht ganz und gar ungeschickt verhält und alles verjubelt. Nur fallen auch hier immer mehr selbst aus dieser Schicht, wo die Zinseinnahmen noch die gesamten Zinszahlungen übersteigen raus – das ist was wir als schrumpfenden Mittelstand spüren.

Wichtig für den praktischen Ablauf eines Gesellschaftswandels, egal ob evolutionär oder revolutionär, ist mir daher aber auch, dass es zu keinen Hass auf Reiche kommt, keine linke Propaganda, keine rechte Gleichschaltung, sondern eine auf Akzeptanz, Vergebung, Verständnis und auf die Zukunft gerichtete Einstellung. Da ich den etablierten Parteien das kaum mehr zutraue, beobachte ich natürlich sehr die Entwicklung der Piratenparteien, bzw. der Violetten oder neuer Strömungen.

Überlegt mal folgende utopisch schöne Zukunftsvision:

Wenn, anstatt wie heute, wo Geiz, Gier und Eigennutz vorherrschen, jeder versuchen würde, den andern Dinge zu schenken und anderen Gutes zu tun, man also sich fast gegen die Wünsche der anderen, Dinge zu verschenken, verteidigen müßte – würde sich die Fülle nicht von selbst manifestieren?

In weiteren Artikeln werde ich mich mich damit beschäftigen, wie ein Leben ohne Wachstum aussehen kann und welche Wege dorthin führen können.

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Wie hoch sollte ein Bedingungsloses Grundeinkommen sein?


Die Umfrage findet ihr auch unter „Umfragen“. Da aber keiner auf die Unterseiten klickt, stelle ich sie auch als Artikel rein:

Kategorien: Bedinungsloses Grundeinkommen (BGE), Umfrage | Schlagwörter: , , , , | 6 Kommentare

Die Schweiz geht voran: Eidgenössische Volksinitiative „Für ein Bedingungsloses Grundeinkommen“


www.bedingsungslos.ch

Demnach lautet der Text für die Eidgenössische Volksinitiative „Für ein Bedingungsloses Grundeinkommen“:

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 110a (neu)                 Bedinungsloses Grundeinkommen

1 Der Bund sorgt für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens

2 Das Grundeinkommen soll der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen

3 Das Gesetz regelt inbesondere die Finanzierung und die Höhe des Grundeinkommens

Bezeichnend ist meines Erachtens dabei, daß ausgerechnet das reichstes Land Europas mit solchen Initiativen voranprescht – es scheint mir ein wenig daran zu liegen, daß bei vielen ein Einkommensniveau erreicht wurde, das zeigt, daß es keinen Sinn mehr macht, einfach nur noch mehr zu verdienen, sondern die Sinnfrage immer stärker wird und soziales Engagement entsteht.

Darum! (Text aus der Seite der Initiative):

Darum Grundeinkommen

Es ist eine einfache Idee: Jeder Mensch, der fest in dieser Gesellschaft lebt, erhält jeden Monat bedingungslos 2500 Franken. Egal ob jemand reich oder arm, gesund oder krank, erwerbstätig oder arbeitslos ist. Das Grundeinkommen wird individuell an jede und jeden ausbezahlt.
Die Schweizer Wirtschaft ist eine Erfolgsgeschichte, die den Menschen in diesem Land Wohlstand gebracht hat. Dieser Erfolg hat eine Kehrseite: Immer mehr Menschen stehen am Arbeitsplatz unter Druck, Entlassungen führen zu Existenzängsten. Die Menschen, welche länger ohne Stelle sind, werden ausgegrenzt. Es ist Zeit, unsere Gesellschaft klüger zu organisieren: Es geht darum, die enormen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Schweiz in Lebensqualität für die Menschen zu verwandeln.

Warum arbeiten wir?

Beim Wort «Arbeit» denken viele nur an Erwerbsarbeit. Für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist aber auch viel andere Arbeit erforderlich, wie zum Beispiel die unbezahlte Haus- und Familienarbeit, welche häufig von Frauen gemacht wird. Viele Menschen sind heute ohne Entlöhnung freiwillig tätig. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre dies vermehrt möglich. Das Grundeinkommen schafft Freiräume für Menschen: für mehr Bildung, für mehr Zeit bei der Familienarbeit, für sinnvollere Arbeit. Zudem bleibt der finanzielle Anreiz zu Erwerbsarbeit bestehen.

Wie wird das finanziert?

Das bedingungslose Grundeinkommen ist nicht als zusätzliches Geld gedacht. Es ist ein Teil der heute bestehenden Einkommen. Heute hat bereits jede und jeder irgendeine Form von Einkommen, sonst kann man nicht leben. Das Grundeinkommen ist ein Mechanismus, der die Einkommen in der Höhe von 2500 Franken bedingungslos macht. Um diesen untersten Sockel der Einkommen bedingungslos zu machen, braucht es einen Finanzmechanismus. Das wäre zum Beispiel über eine Konsumsteuer denkbar.

Freiheit und Verantwortung

Die Schweiz hat gute Erfahrungen mit der AHV gemacht. Daran knüpft das bedingungslose Grundeinkommen an. Jeder Mensch soll in Würde leben können. Jeder Mensch soll die Möglichkeiten haben, über sein Leben zu bestimmen. Das entspricht dem Urdrang der Eidgenossen nach Unabhängigkeit. Die Menschen gewähren sich gegenseitig das Grundeinkommen und übergeben sich damit Freiheit und Verantwortung.
Denn Freiheit ist kein Zustand, sondern eine Tätigkeit.

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Wirkungen eines Bedigungslosen Grundeinkommens (BGE)


Die Auswirkungen eines Bedigungslosen Grundeinkommens (BGE) wären meines Erachtens gewaltig

Das BGE ist weit mehr als eine finanzielle Absicherung am unteren Ende der Einkommen. Die derzeitige Situation mit Sozialhilfe, Mindestsicherung (in Österreich) und Hartz IV (in Deutschland) verlangen vom Betroffen bereits mittellos zu sein, es ist ein Gnadenbrot, gerde genug um nicht zu verhungern und auf der Straße zu landen. Etwaige Vermögen müssen verkauft oder verborgen werden.

Das BGE hingegen hat eine gänzlich andere Intension. Die Tatsache, daß heute nur Arbeit im Sinne von Erwerbsarbeit entlohnt wird, ist ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Jeder in der Gesellschaft leistet wertvolle Arbeit für die Gesellschaft, dies reicht von Mutter sein, Aktivität in Vereinen, Kinder großziehen, Pflege der eigenen Eltern, Verwandten, Nachbarschiftshilfe und nahezu jeder agiert gerne sinnvoll in seinem Umfeld.

Die Erwerbsarbeitsplätze werden hingegen auf Grund der Rationalisierung immer knapper und meist nur widerwillig und unter dem Diktat niedriger Arbeitslosenquoten erhalten. Warum nutzen wir nicht diesen paradiesischen Zustand, daß es uns möglich ist, immer weniger menschliche Arbeit für stupide, sinnentleerte Tätigkeiten zu benötigen? Durch Einführung eines Bedinungslosen Grundeinkommens wäre es nicht weiter notwendig, Arbeitsplätze zwanghaft zu erhalten, sondern es würde zum ersten Mal ein Arbeitsmarkt entstehen. das erste Mal ein Arbeitsmarkt? Ja..

Bisher gibt es keinen Arbeitsmarkt

Auf einem freien Markt gibt es Angebot und Nachfrage. Wenn diese zusammenfinden, gibt es einen Deal, wenn nicht, dann nicht. Weder Käufer, noch Verkäufer ist dazu gezwungen, zu handeln. Wie sieht es derzeit am sogenannten Arbeitsmarkt aus? Ein Großteil der Menschen muß einen Job annehmen und zwar zu dem Preis, der ihnen vorgegeben wird, „Friß Vogel oder stirb!“. Meist muß man dann noch froh sein, den Job bekommen zu haben, das daraus sich ergebende Einkommen reicht halt für ein Dach über dem Kopf, Futter und ein bißchen Vergnügung, um den tristen Arbeitsalltag zu vergessen.

Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen in angemessener Höhe ist nun einmal jedem ein angstfreies Leben möglich. Es bildet sich blitzartig ein Arbeitsmarkt aus, auf dem sich nun aber die Entlohnung gewaltig verschiebt. Jeder kann frei entscheiden, ob er auch sehr sinnentleerte Arbeit annimmt, wird dafür aber eine entsprechende Entlohnung verlangen. Warum soll man nicht mal ordentlich reinhauen, ein paar Monate Regale schlichten, an piepsenden Kassen sitzen oder Hilfsarbeiten annehmen, wenn man dafür ein paar Tausend Euro erhält. Bisher vielleicht überdotierte Bereiche werden geringer entlohnt.

Wegfall von Einkommensteuern, reine Umsatzbesteuerung

Ich schließe mich dabei dem Konzept von Götz Werner an, das den Wegfall jeglicher Einkommensbesteuerung vorsieht und auf eine reine Umsatzbesteuerung abzielt. Warum? Dadurch kann jeder für jede Arbeit einfach, unbürokratisch entlohnt werden. Es bedarf keines Nachnaders, wer wo was verdient hat, die Unternehmen zahlen brutto für netto aus, jeder kann jeden bezahlen.

Und woher kommen die Einnahmen? REIN aus den Umsätzen. Hier tun sich gewaltige Möglichkeiten auf, gesellschaftlich gewünschte Umsätze zu fördern und gesellschaftlich nicht gewünschte Leistungen, Produkte zu hemmen oder zumindest daraus für das Gesamtsystem Geld für die Verteilung zu lukrieren.

Wohnen, Grundnahrungsmittel, soziale Tätigkeiten könnten mit sehr geringen Prozentsätzen versteuert sein (0 ….. 10 …… 20 ….. 30), im Normalbereich Umsatzsteuern von 25 bis 50 %, vielleicht 100, bei Produkten, Dienstleistungen, die der Gesellschaft, der Umwelt schaden und Luxusgütern, sind Besteuerungen von 100 % aufwärts möglich. Bei letzteren denke ich an fossile Brennstoffe (Verkehr, Abgase), Tabak, Drogen, Schmuck,  – wenn 100 % und mehr nun als absurd erscheinen, darf man aber nicht vergessen, daß es keine Einkommensteuer gibt und man dadurch aber sehr genau lenken kann, ohne zu verbieten und zu verordnen.

Ein gut ausgebautes Spendensystem

…. kann die derzeitige Arroganz der Finanz ersetzen. Der nun von Tausenden Finanzbeamten, die nichts anderes zu tun hatten, als den Menschen nachzuspionieren, jeden verdienten Euro auszumachen, um festzustellen, ob man für diese oder jene Beihilfe wenig genug verdient, sich darum zu kümmern, wer überhaupt wo und wann Beihilfen beziehen soll, befreite Staat kann sich darauf besinnen, Unternehmen und Privaten „Steuern“ in Form von Zahlungen schmackhaft zu machen, indem für konkrete Projekte geworben wird. Freiwilligkeit mit Lenkungseffekt, statt Kontrollieren und Abkassieren.

Es bedarf dazu sicher auch einem Wandel im Denken, dem anderen Gutes tun zu wollen, sich freiwillig für Projekte einzusetzen.

Alternative Geldsysteme – ohne Zinseszins

Daneben müssen alternative Geldsystem nicht nur zugelassen, sondern sogar gefördert werden. Es gibt zumindest in D-A-CH viele Ansätze und funktionierende Systeme (Tauschkreise). Im derzeitigen System steht aber eher zu befürchten, daß diese sehr befruchtenden Versuche bald durch eine Finanz unterdrückt wird, die dabei Steuerhinterziehung riechen könnte.

Ein wesentliches Problem unseres derzeitigen Geldsystems ist ja eindeutig, daß es Zinsen und Zinseszinsen gibt. Es hat noch kein Geldsystem auf dieser Basis viel mehr als 50 bis 60 Jahre überlebt und genau darum sind wir genau jetzt in der Finanzkrise. Die Zinsen auf die immer größer werdenden Guthaben einiger sind durch die Schuldzinsen der arbeitenden Massen nicht mehr aufzubringen.

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Die Mauer – nein, nicht die – eine andere, die Kacke und die Ruhe


Gesellschaftswandel ohne Crash? Unmöglich!

Die industrialisierten Länder dieser Erde steuern eigentlich mit weit überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Mauer. Dabei beschleunigen wir den Schlitten eher noch als zu bremsen.

Die Mauer ist dabei ein Fixum, auch wenn Experten noch streiten, ob Peak-Oil schon war, gerade stattfindet oder erst im Jahr 2015 oder 2020 stattfinden wird oder wir doch noch irgendwo am Meeresgrund ein wenig des Schwarzen Goldes finden, wobei die Ausbeutung so gefährlich ist, wie Atomkraftwerke zu betreiben, womit das Ereignis auf 2030 verschoben werden kann. Vielleicht kommt aber des Planeten Rache vor Peak-Oil und wir brauchen das genaue Datum nicht mehr zu errechnen. Was wann zuerst eintritt, wird kaum jemand voraussagen können und meistens kommt es dann ohnehin anders als man denkt.

Die Mauer ist ein Fixum, auch weil unsere ganze moderne Gesellschaft auf Strom, Öl und Just-In-Time-Produktion und Wachstum ausgerichtet und davon abhängig ist. Fällt auch nur ein Steinchen aus, über einen größeren Bereich oder mehr als ein, zwei Tage, dann ist, um es bildmalerisch auszudrücken, die Kacke am Dampfen. Und so üblen Geruch bringt man bekanntlich nicht so schnell weg. Da muß man ordentlich ausmisten und lüften.

Ausmisten und lüften – das müßte man eigentlich auch schon jetzt, nur ist der Mist sehr hartnäckig, setzt sich überall fest, wehrt sich gegen Reinigung. Aber selbst wenn man noch so gut putzt, man verbleibt doch in der selben Wohnung, im selben Haus. Wirklich ändern tut sich daran nichts.

Wenn ich also davon ausgehe, daß die Umgebung in der ich lebe, nicht mehr paßt, nützt putzen wenig. Um komplett neue Strukturen reinzubringen, muß man das Gebäude abreißen und neu bauen.

Wenn wir also mit stark überhöhter Geschwindigkeit sowieso schon die Mauer vor Augen haben, dann könnten wir doch rein – crashen und wozu bremsen. Angenommen wir bremsen uns noch ein und stoßen so nur so leicht an ….

Aber wer soll denn bremsen?

Zu fest verankert ist die Mär vom Wachstum und dem notwendigen Konsum, sodaß wir dann doch reinrasen werden – in die Mauer. Denn meiner Meinung nach sind alle politischen und wirtschaftlichen Kräfte zu schwach, kaum jemand hat Interesse am Bremsen, weil die nächsten Wahlen und Bilanzen doch noch vor dem Crash kommen, der ja laut offiziellen Stellen nie kommt. Es geht ja alles gut, auch mit der Finanzkrise. Die hat übrigens einen tollen Nebeneffekt. Wir lernen mal die großen Zahlen besser kennen. So von eins bis 1.000 und 100.000, das lernt man als Kind, dann rechnet man schon mal mit ner Million, wenn man ein Haus kauft, Hundertausend, Million, da kennt man sich aus, auch als Unternehmen vielleicht.

Jetzt wirds aber schwieriger, 100, 500, 900 Millionen, ja, dann kommt die Milliarde – wieviel braucht man zur Rettung des Euro? – 100, 500, 900 Milliarden, Billion! Geschafft. 1000 Billionen sind übrigens dann eine Billiarde – damit Sie sich schon auskennen, wenn der Rettungsschirm stärker aufgespannt wird.

Dabei ist dann noch das Problem, daß auf Englisch die Milliarde billion heißt. Also Glück gehabt, one hundred billion dollars sind nur 100 Milliarden – ein Klacks. Vielleicht redet darum auch kaum jemand was von den amerkanischen Staatsschulden und lenkt den Blick nur mehr auf Europa.

Buuuuuum! Zack! …………..   Ruhe

Nun sind wir also reingerast, tobender Lärm, Donner, alles bricht zusammen, dampft, röchelt und dann ..?

Es wird ruhig, es wird sehr ruhig werden, nämlich viel ruhiger als wir es uns überhaupt noch vorstellen können … kein Strom, kein Benzin … klingt jetzt krass, ist auch krass.

Aber sehen wir doch schnell mal die positiven Aspekte: Arbeiten? brauchen Sie nicht mehr gehen, ohne Internet und Strom geht kaum mehr was. Rechnungen? brauchen Sie auch nicht mehr zu bezahlen, und selbst wenn sie wollten, geht nicht mehr. Apropos bezahlen. Haben Sie Geld zu Hause, paar mehr Scheine als 20 Euro? Nicht, schlecht, Bankomaten schweigen, aber fragen Sie mal Ihren Lebensmittelhändler – äh? wen? achja, Handelskonzerne, naja, die handeln wohl kaum mehr, weil die Türen nicht aufgehen, die Kassen nicht funktionieren und die Mitarbeiter ohnehin andere Sorgen haben, abgesehen davon, daß kein Nachschub mehr kommt.

Der Türke ums Eck

Ok, aber wir haben doch die vielen fleißigen Inder, Pakistani, Türken – wer sonst war in den letzten Jahrzehnten noch so mutig, sich selbständig zu machen, ein Geschäft zu eröffnen, eine Greißlerei – fast nur Ausländer (das Groteske daran ist aber daß vieles es auch nur taten, weil sie zwar keine Arbeitsbewilligung hatten, ein Unternehmen gründen und selbständig sein darf man aber schon) – egal, jedenfalls auf zum Türken und fragen was er denn noch im Laden hat.

Wieviel verlangt er denn? Ok, macht nichts, daß man kein Geld mehr beim Geldautomaten kriegt, er hätte ohnehin keins genommen. Was soll er mit den Scheinen? Äh, gute Frage. Aber die sind doch das Geld wert? Was ist ein Geldschein wert? Also Dollars und Euros sicher nichts, und sie waren nie was wert und nur plötzlich merken das alle. Bei früheren Geld war das übrigens anders, da hatte man zumindest Anspruch auf eine gewisse Menge Gold.

Also was ist jetzt mit der Ruhe? Und was willst Du uns eigentlich sagen?

Abgesehen von Streits und Tumulten ist es oft ruhig, kein Radio, keine beschissenen Fernsehsendungen, kein Autolärm, aber auch ein wenig Dunkel, aber man gewöhnt sich an alles.

Schnell wird sich alles auf das Beschaffen von Lebensmittel konzentrieren und gescheite Köpfe werden sich zusammentun, um nun dann doch Ideen für einen Neuanfang einer Gesellschaft zu implementieren.

Ich wünsche mir, daß diese auf Ethik und Spiritualität aufbaut, dadurch ein Wirtschaftssystem der Bedarfsdeckung, der gegenseitigen Hilfe und eines bedinungslosen Grundeinkommens entsteht. Der Maßstab, an dem Erfolg gemessen wird, soll Zufriedenheit und Glück sein und kein Nationalprodukt, das niemandem etwas bringt.

Wichtig erscheint mit auch, daß es nicht nur EIN Währungsystem gibt, sondern eine Vielzahl an alternativen Geldformen, wie diese bereits heute als Tauschkreise angedacht und erprobt werden. Geld muß Tauschmittel bleiben und im Umlauf und darf niemals durch Rückhalt zum Machtinstrument werden.

Und fast bin ich der Meinung, daß der Weg zu einem Gesellschaftswandel nur über einen Crash oder eine Revolution erfolgen kann, daß ein evolutionärer Gang dorthin nicht möglich ist, weil zu viele Menschen und Bezugsgruppen auf zu viele Dinge, Macht und vermeintlichen Wohlstand verzichten müßten.

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Wer geht denn dann noch arbeiten? (Wenn er BGE erhält)


Die Menschen sind dann besser als ihr Ruf. Die Piratenpartei setzt sich ja derzeit als (fast*) einzige politische Strömung ernsthaft und glaubwürdig für ein BGE ein und hat dementsprechend auch viele Fragen und Analysen zusammengestellt:

fragt man die Menschen jedoch, was Sie persönlich tun würden, erhält man eine andere Statistik:

Wie viel Erwerbsstunden würden Sie nach Einführung eines BGE mehr/weniger arbeiten:

  • Arbeitslose: plus 18,6 Stunden
  • Nicht Erwerbstätige: plus 11,2 Stunden
  • Rentner: plus 7 Stunden
  • Hausfrau/-mann: plus 6,3 Stunden
  • Durchschnitt: plus 2,4 Stunden
  • Unselbstständig: minus 4,2 Stunden
  • Selbstständig: minus 4,6 Stunden

Es würde nach diesen Angaben nach Einführung eines BGE mehr Erwerbsarbeit geleistet werden als heute, sofern dies möglich ist. Gut zu erkennen ist, dass die Menschen über die anderen ein schlechteres Bild haben, als die Realität dann wiedergibt.

 

http://wiki.piratenpartei.de/Bedingungsloses_Grundeinkommen/Sachliche_Informationen_zu_wichtigen_Fragen/Wer_geht_dann_noch_arbeiten%3F

auch hier:

http://www.dailymotion.com/video/x7049i_wer-geht-denn-dann-noch-arbeiten_news

* auch die Violetten (www.dievioletten.de) – Partei für Spirituelle Politik – setzen sich für ein BGE ein.

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Das Bedingungslose Grundeinkommen macht nicht faul


Interview mit Sascha Liebermann, geboren 1967, studierte Philosophie bei Jürgen Habermas und Soziologie bei Ulrich Oevermann. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr Universität Bochum und Mitbegründer der Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung, die sich für eine öffentliche Diskussion um ein Grundeinkommen einsetzt

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/bedingungsloses-grundeinkommen-interview

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